§. 30. Boy dem steinsprengen mittelst rulver und zwar im Trockenen, wirdauf folgende weise verfahren. Man wählt je nach der Härte, des Steines , einenStemm - oder auch einen Kreutzbohrer, der zur Dicke 1 bis 3" hat. Der eine Ar-beiter nimmt den sohrer mit beyden Händen, stellt ihn genau vertical; denn nurselten wird schräg gebohrt. So wie ein zweyter Arbeiter mit einem 4 bis 6 Pfundschweren Schlägel auf den Bohrer schlägt, dreht der erste denselben ein wenig undgiefst von zeit zu zeit etwas w r assar in das Bohrloch, um den abgebohrten Stein-staub aus dem Bohrloche heraus zu treiben und die Bohrung zu erleichtern. Damitdieser Steinauswurf die Arbeiter, während dafs auf den Bohrer geschlagen wird,nicht beschmutze, so hält der eine denselben so, dafs die hohle Hand das Bohrlochdeckt; und um dasselbe wird eine 2" hohe Buchse von Lehm gemacht.
Gewöhnlich wird die Mine 12 bis 36" tief gebohrt; während 6 stunden können2 Mann 1 £ bis 2" weit und 50 bis 6o" tief bohren. Leichte Stemmbohrer von l"breit und 30" lang, erfordern nur einen Arbeiter, und es wird damit 14 bis 20"lief gebohrt. Das Laden der Mine, die Einbringung des Sprengpulvers, und ihrefeste Füllung oberhalb dem Pulver, ist das wesentlichste des steinsprengens ! Folgen-des ist dabey, sowohl über als unter dem 'wasser, zu beobachten, a) Die Mine mufsvom wasser so viel als möglich befreit werden. b) Das in der Mine oder in derPatrone befindliche Pulver mufs vor aller Benetzung sicher seyn. Da, wo also zuder Mine Feuchtigkeit oder wasser dringen kann, mufs das pulver in eine Patronewelche genau die weite der Mine hat und die von Linnen , Zwillich, Leder oderbesser von Pappendeckel zu verfertigen und mit einer pus Talg, wachs und Ter-pentinöl gemachten Masse zu bestreichen ist, gefüllt werden, c) Mit dem Spreng-pulver oder der Patrone mufs man das Feuer leitende rulver auf die mindest kost-spielige Art vereinigen. d) Es mufs sonach eine. nöhre von dem Sprengpulver biszur oefifnung der Mine hinaufgehen, e) Damit die Explosion oder Kraft des Pulversso stark als möglich seitwärts und nicht vertical wirke, folglich der stein ,mit dermöglichst geringsten Quantität Pulver gesprengt werde : so ist die Leitröhre so kleinals möglich und die Mine, oberhalb dem Sprengpulver oder der Patrone, so fest alsthunlich ist, mit steingraufs, grobkörnigten sand, kleinem Kiesel oder mit Lehmi nzustampfen. Wie tief und weit aber die Minen zu dieser Absicht zu machen sind,wie stark die Pulverladung seyn mufs, und in welcher Entfernung die Minen gebohrtwerden müssen — alles dieses hängt von der Beschaffenheit des Steines und Pulvers,so wie auch von der oröfse der abzusprengenden Steinmassen, folglich von der Er-fahrung ab. f) Wenn nicht besondere umstände eintreten, so müssen die Minen,wo ganze Felsenmassen gesprengt werden sollen, perpendiculär auf die Felsenwändegebohrt werden, „damit die steinmasse nach keiner Seite der Mine zu schwach seyund die Explosion nach allen seiten gleichförmig wirke, g) Von der Leitröhre ab istdas zündpulver dergestalt zu legen , damit es das in der Leitröhre befindliche an-