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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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S24

§. 37V Zur Verfertigung der künstlichen Sandsteine wird zum sichersten eineaus zwey Theil Quarzsand, ein Theil frisch gelöschten Kalk, und ein xheil zerriebe-nen Kalk genommen. Diese Masse wird in ein Mörtel - uett tüchtig durcheinandergearbeitet, nachdem darin zuerst der Sand, dann der gelöschte Kalkbrey geschüttet,und dieses mittelst an langen Stielen befestigten eisernen Hauen durcheinander gear-beitet ist. Jetzt wird der Kalkmergel aufgeschüttet, und dann die ganze Massesechs mal, von der einen seite des Mörtel - Bettes nach der andern, mit der Haue,durchgehauen. Nun wird diese bearbeitete und von grofsen steinen gereinigte Masse,in Butten gefüllt, und in eine presse geworfen. Dieselbe besteht aus einem Kasten,(je nach der Gröfse eines Steines grofs), dessen Seitenwände an ein aus Balken ge-machtes Gebind befestigt sind. In einer oberhalb des Kastens das Gebind zusammenhaltenden Deckschwelle ist eine Schraubenmutter befindlich. Durch diese geht diean dem eisernen Deckel des vorher erwähnten Kastens befestigte Schraubenspindel,mithin kann der Deckel auf und nieder gewunden werden. An dieser spindel istein Stirnrad befestigt, welches in zwey vertical stehende Trillinge eingreift, undindem diese mit denen in ihrer welle angebrachten Hebel herumgedreht werden , s©wird das Stirnrad, folglich auch die schraube, umgedreht. Es kann daher der andieselbe befestigte Deckel auf die in dem Kasten befindliche Masse herabgeprefstwerden. Denn wird die Spindel, also auch der pressen-Deckel aufwärts getrieben,die eine wand des «Kastens geöffnet, das künstliche Werkstück heraus genommen,und unter einem luftigen schoppen getrocknet.

Mit solchen so verfertigten künstlichen Steinen hat der verstorbene Fürst nick«tenstein in mähren, um seinen park bey Felsberg , eine 8000 Klafter oder 4 stundenlange, und etwa 10 schuh hohe Mauer auiführen lassen. Jeder stein war 6 zollhoch, 18f zoll lang, und 12 zoll dick, enthielt also 1332 cubik-zoll. Ich habeeinige steine am 14. September 1804 wiegen lassen, und das Gewicht eines Steineswar 81 pfund; nachdem er 14 Tage getrocknet war aber nur 71 pfund. Damitwurde, wie mit Ziegeln gemauert. Bey jeder presse waren fünf Arbeiter, und die-se verfertigten binnen 10 Stunden 120 steine. Für jeden Stein erhielten sie 2 bis 3kr. Lohn,

§. 38. In den Eisenhütten werden die Eisenschlacken nochmals geschmolzen undin Formen gegossen, woraus sehr leichte Bausteine gemacht werden, die man vor-züglich im Innern der Gewölbsclienkel, der Brücken und Gewölbe, zu unterirdischenMauern, besonders aber zu cloaken , mit Nutzen gebrauchen kann. Dieselben wider-stehen nämlich besser als alle übrigen steine der schärfe des urins und dem sum-pfigen oder unreinen schlammwasser!

§. 39 . Die dritte Art der künstlichen Bausteine sind die ziegel , wovon derbaierische cubik- schuh 82 bis 89 pfund wiegt, und die 11 bis 12 zoll lang, 5 bis6 zoll breit, und 2f- bis 3 zoll hoch sind. Zu einem cubik-schuh Mauerwerk