Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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springen, ungleich brennen, und ihre salze behalten. Wahrlich in Teutschland ver*fahrt man mit einer unverantwortlichen Nachläfsigkeit beym ziegelbrennen , und be-sonders in der sähe der Hauptstadt eines Königreichs, Die polizey so wie die Bau-ämter wenden nicht die geringste obsorge auf die ziegeleyen, während mit soschlechten ziegein, die bereits beym Aiifladen auseinander fallen, Gebäude aufgeführtwerden , von denen einzelne Mauern im ersten Jahre einfallen , auf denen- kein An-wurf halt, und aus denen die salze ausschlagen. Ja man läfst die damit im Herbsteerbauten Häuser bereits in dem folgenden winter bewohnen, um im nächsten Som-mer kranke Familien zu sehen! Hiezu kömmt noch, dafs während das Klafter Fich-tenholz 3 J bis 4 fl. kostet, 1 f Klafter zu tausend ziegel gebraucht werden, diesesmit 22 fl. bezahlt werden mufs , da es doch nur höchstens 14 fl. zu stehen kommensollte; wobey die Eigenthümer der ziegeleyen noch reich werden müfsten. Wäh-rend diese schlechten ziegel verbraucht werden, bewundert jedermann die aus ebendiesem x-ehm im 15ten Jahrhundert gebrannten ziegel der stadtthore , der Hauptkir-che und des Schlosses! Wie leicht wäre dieses heillose Unwesen und so vieleMifsbräuche bey der civilarchitectur abzuschaffen, wenn man nur ernstlich wollte,eine Bauordnung einführte, und nicht die persönlichen Verhältnisse so viel Einflufshätten I !

$. 40. Will man zu Gewölben leichte ziegel haben, so vermische man den xhonmit zerhacktem Heu und Stroh oder mit Spreu (Hülsen des Getreides), mit dem Ab-fall des gebrachten Flachses oder auch mit sägespähnen. Die eine oder andere dieserIngredienzien haben sich die Baumeister der kühnen gothischen Gewölbe immer be-dient; insbesondere sind damit die Gewölbe des ulmerdoms gemauert worden; ja dieGriechen und nörner machten bereits auf diese weise ziegel, welche leichter alsWasser waren, wie vitruvius bemerkt.

§. 41. Die Gide der ziegel wird vorzüglich daran erkannt: l) Wenn sie sichnicht leicht zerschlagen lassen, und gar nicht bröckeln , sondern die stücke davonspringen; 2) wenn sie, im verhältnifs ihrer Gröfse, nicht schwer sind; 3 ) hell klin-gen , indem darauf mit Metall geschlagen wird; 4 ) wenig wasser einsaugen undüberhaupt gut ausgebrannt sind. Die blafsrothen und gelblich rothen sind zum we-nigsten gebrannt, frieren daher leicht und zerbröckeln dann; die rothen steine sindaber besser; zum wasserhau sind aber die dunkelrothen die befsten, und zugleichdie leichtesten steine ; 5) wenn sie einen strengen winter über dem Frost und derWitterung, so wie der isässe ausgesetzt, weder bröckeln, springen, noch ihre Farbesehr verändern.

§. 42. Zu den wasserbauwerken sucht man allemal nur gut gebrannte steineaus , und damit dieselben erhalten werden, ist fast immer nothwendig, nur Steinevon der kleinsten Gattung streichen zu lassen, weil diese im Innern gut ausbrennen.Die Holländer nennen sie Klinker . Auch die mit Steinkohlenfeuer gebrannten ziegel