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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Der Trafsmortei besteht, bey dem Grundbau der neuesten schleusen in Holland ,aus zwey rheilen gesiebten Lütticher nalch und einem iheil Trafs , alles tüchtigund mit wenig wasser durchgearbeitet. Täglich wird dieser Mörtel, wenn er,wie es seyn soll, nicht jeden Tag verarbeitet werden kann, umgearbeitet. Zu dem

„Ein anderer Gement wird also zubereitet. Man nimmt zwey Tlieile gewöhnlichen Kalch, undmischt einen Theil eines Mehles von fein gestofsenen und durchgesiebten mäfsig gebrannten Ziegelsteinendarunter, bey dauerhaften Wassergebäuden thut man noch Eisenspäne hinzu, und zwar für die äufsersteSteinlage; man räumt auch die Kalchfugen ein und einen halben Zoll tief aus, und streicht sie mitMörtel von Eisenspänen wieder voll. Andere nehmen, in Ermangelung der ziegel, halbgebrannten un-gelöschten Kalch, oder Kalch von Marmorsteinen, stampfen ihn zu Mehl, und mengen unter zweyTlieile gebrannten, einen xheil halbgebrannten Kalch, und einen Theil Marmormehl. Dieses giebt einstarkes Mauerwerk im Wasser, es wild aber nicht mit Wasser, sondern mit Oel befeuchtet, und mit»erpflochter Baumwolle durchgearbeitet. Was die alten Völker anbetrifft, so wissen wir, dafs bey denBabyloniern anstatt des Mörtels eine uaphta oder Erdpach gebraucht wurde, womit man die Ziegel, beyder Errichtung einer Mauer, mit einander verband. Die Griechen errichteten ihre Mauern aus grofsenSteinen, und brauchten hierzu keinen Mörtel, weil diese Steine durch ihre eigene Schwere schon festgenug auf einander lagen. Doch müssen sie, wie Winkelmann (Anmerkungen über die Baukunst derAlten, S. 7.) bemerkt, bisweilen sich des Mörtels bedient, und einen sehr festen Mörtel zu machen,verstanden haben, da zu Sparta ein grofser Wasserbehälter, aus Kieselsteinen erbaut, gefunden wird,die mit einem Mörtel verbunden sind, welcher so hart ist, als die Steine selbst. Uebrigens bauten sieauch bisweilen, obgleich sehr selten, mit Ziegeln, zu deren Verbindung doch ein Mörtel nothwendigerfordert wurde. Die Römer, da sie sowohl Mauern aus Ziegelsteinen, als auch aus Bruchsteinen er-baueten, brauchten hierzu einen Mörtel, weil diese Steine nur von einer geringen oröfse sind, und eineMauer von solchen Steinen ohne Mörtel keine gehörige und dauerhafte Verbindung würde erhalten ha-ben. Der Mörtel, dessen sie sich bedienten, war entweder Kalch oder pulvis Puteolanus, die heutigeFUzzolana. Der Kalcli wurde eben so zubereitet, (Vitruv 11. 5 .) wie es noch jetzt gewöhnlich ist, undman brauchte den Kalch , der aus dichten und harten Steinen gebrannt wurde, zum Mauern, denjeni-gen aber, der aus Steinen gebrannt wurde, die locker und löcherig waren, zum Bewurf. Hierzuwurde entweder gegrabener Sand oder plufssand, und bisweilen auch Meersand gemischt. DerjenigeSand wurde als der befste erwählt, der keine Erde bey sich führte (Vitruv 11. 4). Um dieses-zu erfah-ren, rieb man ihn zwischen den vingetii, und wenn er alsdann knirschte, so war er gut. Oder maubreitete ihn auf ein weisses Gewand aus, und gab Acht, ob er daselbst, wenn er wieder herunter ge-schüttet wurde, einigen Schmutz lxinterliefs- Geschah dieses nicht, so hielt man sich für versichert,dafs der Sand keine Erde bey sich führte. Den Meersand nahm man nicht gern, weder zum Maueru,noch zum Bewurf, weil er schwer uud langsam austrocknet, und des Salzes wegen, das er bey sichführt, bald von der Mauer wieder abspringt. Die Mischung des Kalches und Sandes wurde nach demVerhältnisse eingerichtet, dafs man zu'drey Theilen gegrabenen Sand, einen Theil Kalch, von dem rlnfs-oder Meersande aber zwey Tlieile zu hinein rheile Kalch nahm. Bisweilen wurde unter diese letzte Mi-schung ein Drittheil Mehl von zerstofsenen und durchgesiebten Scherben getkan. Die vuzzolaua, wurdein der Gegend von Bajä und um den Berg Vesuv gefunden, (Vitruv n. 6.) Man vermischte diese Erdemit Kalch und kleinen Steinen, wodurch man einen sehr guten Mörtel erhielt, der wegen seiner Fe-stigkeit nicht nur überhaupt bey allen Arten von Gebäuden, sondern besonders auch zu den Mauerugebraucht wurde, die iu das Meer zu stehen kamen. Zn dieser Mauerarbeit im Wasser wurde derMörtel so verfertigt, dafs man zwey Tlieile ruzzolana und eiueu Tkeil Kalch unter einander mischte.(Vitruv V. t 2 ). Die Festigkeit dieses Mörtels bezeugen die Trümmer der Gebäude am Meere, die mannoch jetzt in der Gegend vom Bajä antrifft, und die in das Wasser hinein gebaut siud. Winkeimann(Anmerkungen über die Baukunst der Alten S, 6 und 7) bemerkt, dafs die alten Römer sich vorzüglich