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DRITTES KAPITEL.
Von den Hauptrücksichten, welche bey Anlegung der Fundamente oder Fundirungen ,bey wasserbauwerhen, insbesondere aber bey wehren und schleusen, eintreten, und
von der Aufführung der mauern.
§.84.
Da ich in der Folge das specielle des Baues der schleusen vortrage, so werde ichhier nur im Allgemeinen die zu Fundirungen erforderlichen Maximen ausstellen.Wenn wir nämlich auf das vorhergehende Kapitel einen Rückblick werfen, so ent-steht die ueberzeugung: dafs es dreyerley Arten von Fundirungen giebt, nämlichFundamente 1 ) auf guten und durchaus festen Baugrund, 2) auf mittelmäfsigen soden,3) auf schlechten oder unsichern Boden.
§. 85. Auf einen durchaus festen Grunde können Gebäude aller Art, ohne eineskünstlichen schwell - oder pfahlrostes angelegt werden, wenn man die untern stein-lagen aus grofsen Steinen bestehen läfst, und dieselben, zur Vorsicht, auf Bretter oderPlanken legt. *) Folgende Bauwerke dienen diesem Satze zum Beweise, nämlich dieKirche st, Genevieve zu Paris , welche auf einen festen Sandboden erbauet ist. 2) DieMagdalenen Kirche daselbst und andere Bauwerke, die ich in der Folge erwähnen werde.Bey der Kirche st. ceuevieve liefs sußot (ihr Erbauer), in den lockern stellen tiefeSchächte bis auf den festen Sandboden graben, und dieselben mit Bruchsteinen aus-mauern. Eine Vorsicht, die auf ähnliches Local auch bey schleusen nothwendig istBeym Fundamente wurden zur grofseren Festigkeit der pfeiler einige ^derselben mit-telst eines verkehrten Gewölbes yerbunden. Auch dieses läfst sich bey schleusen an-bringen , und man hat es bey der schiffsdocko zu Toulon mit dem befsten Erfolge
*) Ein Schwell - Balken- oder liegender Rost (Tab. 70 u. Tab. 102. rig. I.) besteht aus Längen und oueer-scliwellen ( Rostschwellen ), welche dergestalt auf einen vollkommen horizontal geebneten (künstlichen odernatürlichen) Boden übereinander gelegt werden, dafs sie einen Rost oder ein oitterwerk, dessen Oeffnun-gen einen bis sechs Schuh in Liebten betragen, bilden. Zuweilen erhalten die Schwellen gleiche oröfse,wenn man nämlich dieselben nach Diagonalen legt, wie rig. 1, Tab, 70, dies deutlich macht. Die rel-der eines solchen Rostes werden entweder mit Thon ausgestampft, öder mit Ziegelgraus, Kieseln undlebendigen Kalch ausgefullt, oder besser mit Ziegeln oder Bruchsteinen ausgemauert. Liegt ein solchesoitterwerk auf Grundpfählen , die dann Rostpfähle lieifsen, so nennt man das Ganze einen Pfahl- undSchwdlrost, welches in rig. III. Tab. 78. Tab. 102. Fig. 1. deutlich dargestellt ist. Darauf kommen drejrbis vier zöllige Planken zu liegen , welche j Rostplanken lieifsen.