§. 103. Nach diesen allgemein nützlichen Beobachtungen kehre ich zu denffahlgriindungen selbst zurück. Zuweilen kann man auch, und insonderheit auf ei-nen schwebenden Morast — ehe die pfähle eingerammt werden — sinkstiicke odereinen Faschinenbau legen. Solches werk beschwert man alsdann mit Mauerschuttund Kiesel; bringt während dem Einrammen eines jeden pfahles , um denselben , soviel sand oder Grand, als nur in dem Faschinenbau hinabdringt. Bey dem weichenBoden müssen aber alle erdenkliche Mittel angewendet werden: des Wassers so viel alsmöglich abzuleiten; das heifst, man mufs den Baubezirk so trocken als möglich ma-chen. Mufs man daher in ein tiefes Gewässer pfähle einrammen, Z. b. duc d’Albes,das sind Anlegpfähle für schiffe, errichten, oder pfahlreihen, als Brückenjoche, schla-gen, und kann man die pfähle nicht bis zu einem Drittel ihrer Länge in den Grundbringen : so ist die Anlegung von sinkstücken und Faschinenbau, um die pfähle her-um, welches nachher mit steinen bedeckt wird, sehr zu empfehlen. Auch mag manin solchen Fallen, oberhalb der die Baugrube umgebenden Spundwand oder dem Fan-gedamm, das wasser mittelst eines Faschinenbaues, ableiten, wenn sich nämlich dieseAnstalt mit einer guten Direction des Flusses verträgt. Zuweilen werden durch solcheFaschinenbaue, zum Behuf der Schiffahrt oder um seedämme anzulegen, pfähle ge-rammt, wie dies beym Hafendamm von Lindau Tab. 68. und beym grofsen Leitdammam laieuwendiep Tab. 47. geschehen ist.
Werden mehrere Reihen oder Kreise von pfählen eingerammt, so wird mit denmittlern pfählen der Anfang gemacht, weil dieselben alsdann tiefer eindringen , undim entgegen gesetzten Fall die Erde zu stark zusammen geprefst seyn würde, umdie mittleren pfähle aufzunehmen. Da, wo man aber befürchten mufs, dafs die inder mitte eingerammten pfähle wieder zum Theil empor steigen würden, wenn mandie äufsern einrammt, indem das Erdreich gegen dieselben angeprefst wird (ein Fall,der in solchem Boden , welcher unten feste Erdschichten und oben Quellsandschich-ten hat, eintritt) müssen die in der Mitte zuerst eingerammten pfähle, an horizon-tale Gurtungen, befestigt werden, die man nachher, sobald alle pfähle eingerammtsind, wieder abnimmt; im Fall sie der construction des liegenden Rostes wegen nichtbleiben können. Man sieht sogleich, dafs die Gurtungen das Aufsteigen einzelnerpfähle durchaus verhindern ; und dafs eine ganze pfahlreihe sich heben sollte, istgar nicht zu befürchten. Ist der Boden aber sehr nachgebend, so umgebe man dentfahlgrund statt denen auf einen gewissen Abstand zu stellenden pfählen mit einerordentlichen pfahlwand: nämlich pfähl an pfähl geschlagen. Diese pfähle kann mangleichfalls rund lassen , wenn ein Durchquellen des Wassers nicht zu befürchten ist.Alle Grundpfähle eines Grundbaues müssen vertical eingerammet werden, und ausgesundem Holz, welches nicht windschief ist, bestehen. Davon nimmt man jedochdiejenigen aus , welche unter einer Gurtung c Fig. 34. Tab. 89 . einer Spundwand a,in einen mittelmäfsigen oder schlechten Boden — anstemmen: und die man auf 6