Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
580
JPEG-Download
 

580

bald dem Wasser ausgesetzt sind), so richtet dieselbe sich bey Brückenpfeilern nachder Natur des Bodens, und bey schleusen nach der Hohe und der construction derSchleusenböden, wovon weiter unten gehandelt wird. Bey ufer - Revettements undKäys aber nach dem umstände, ob vor dem ufer selbst eine Vertiefung entstehen,könne. In dem letztem Fall mufs die Vorsicht eintreten, dafs der obere xheil derpfähle und die sie bedeckende schwelle beym niedrigen wasser niemals hervortrete,weil sonst das Holz bald verfaulen würde. Im ersten Fundamente, d. i. bey Brücken-pfeilern mufs der Rost so tief hinab reichen, dafs derselbe bey einer zu erwartetenVertiefung des Flufsbettes niemals dem wasser blos gestellt werde, zu welchem Endedie Grundpfähle unter wasser abgesägt werden. Kann man daher bey einer Senkungdes Rostes, von 2 bis 3 schuh unter dem niedrigsten wasser, den festen Bodennicht erreichen, bis zu welcher Tiefe derselbe bey Brückenpfeilern gewöhnlich gelegtwird: so mufs man rund um den pfeiler den lockern Boden mit Maschinen oder demHandbügel heraus nehmen, und einen Faschinenbau oder steinwurf, in die so ver-tiefte stelle, anbringen. Der Rost mufs also nach allen seiten bedeckt werden, damiter weder dem Angriffe oder der unterwaschling des Stromes noch dem Eisgänge blosgestellt werde, und die Grundpfähle unter den darauf gelegten Baukörper nicht bre-chen. Eine Bedingung, die auch bey schleusen oder Durchlässen, welche man anFlüssen anlegt, erreicht werden mufs 1 Diese so tief mit der wassersäge abgeschnit-tenen pfähle können also nicht zapfen erhalten , sondern es werden auf die genauhorizontal abgesägten Kopfe der pfähle die Rostschwellen, nachdem sie auf demtande zusammen gesetzt sind, mit Hebel oder schrauben, in das wasser bis auf denRost getaucht, und auf die pfahlköpfe mit eingekerbten oder widerhacken verseheneneisernen Nägeln (mit Hülfe eines eisernen Aufsatzes) , fest genagelt.

$. 105. Wie tief die pfähle in einen soden, welcher dieselben dergestalt aufden seiten hält, dafs sie, wenn das Bauwerk daraufgesetzt wird, nicht tiefer in denGrund eindringen, stecken sollen, darüber ist man noch nicht einig; man verstehtjedoch unter dem festen Boden, in dieser Hinsicht, einen solchen Grund, der einseitswärts Biegen des Grundpfahles gar nicht gestattet, und der die Last, welche aufden pfähl kömmt, mitträgt, worin der pfähl sich auch nicht biegen kann. Es istdaher begreiflich, dafs nicht die spitze des pfahles diese Last trägt, sondern die ge-sammte den pfähl zunächst umgebende Erdmasse, die ihn hält, dafs er nicht weiterin den soden eindringe. Da es nun nicht die Spitze des pfahles allein ist, welcheden widerstand des Erdreichs erfährt, sondern der gesammte in den Erdboden ein.gerückte Theil des pfahles, so sind alle versuche, die man im Kleinen, wegen derTragkraft der eingerammten pfähle, anstellte, eine spielerey und von keinem Nutzenfür die Ausübung. Eben so wenig können wir a priori das Eindringen der pfähle,bey welchem so mancherley physische Ursachen von grofser Einwirkung sind, vorausbestimmen; wir werden uns also mit der Erfahrung behelfen müssen. Ist die Last