Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Angestellten kaiserl. königl. Bauofficianten, die Italiener waren, auf: mir darüber diegenauesten Aufschlüsse zu geben. Sie kamen in folgenden überein , wobey ich imvoraus bemerke, dafs der Grund der Lagunen und des Terrains, worauf Venedig er-baut ist, aus einem feinen aber festen tIioh oder rday besteht, der mit einer dreybis vier Fufs dicken beweglichen schlämm-Masse bedeckt ist. Die Gründungen allerGebäude in Venedig bestehen aus einem pfähl - und schwellrost , dessen Felder aus-gemauert werden. Die Grundpfähle sind 5 bis 15 rufs lang und von Eichenholz.Ihre Dicke beträgt der ränge. Der Baubezirk ist gewöhnlich mit wasser bedeckt,und dann wird die Baugrube mit einer von dem Gebäude auf 4 bis 8 rufs von demFundament abstehenden Abdämmung umgeben. Dieselbe besteht aus zw'ey oder dreyhinter einander zu vier schuh Abstand vertical eingeschlagenen wandpfählen , anwelchen auf beyden seiten Gurtungen horizontal zu liegen kommen; längs diesenwerden die Dammplanken eingerammt. " Der zwischenräum , welcher entweder eineoder zwey nammkisten formirt, wird mit Thon ausgefüllt.’ Die venetianer nenneneinen solchen Fangedamm, cassaro. Ist derselbe fertig, so wird das wasser ausge-schöpft, und der bewegliche gewöhnlich 3 bis 4 Fufs tief liegende schlämm ausge-hoben; endlich werden mehrere probepfähle eingerammt, um die Länge der pfählezu bestimmen. Das Fundament wird doppelt so breit als die Mauerdicke gemacht.Man rammt nun die Grundpfähle einen dicht neben den andern ein, füllt die Zwi-schenräume mit kleinen steinen und Mörtel, und nagelt auf die pfahlköpfe ein plan-kenlager. Ueber diesen Boden kömmt, der Queere nach, eine zweyle Lage planken,auf denen das Gebäude aufgeführt wird, wenn zuvor der cassaro weggenommen ist.

§. 108. Die Gründung der Gebäude ist das wesentlichste bey den Bauwerkenaller Art; wird dabey ein Fehler begangen, so hilft alle übrige Kunst des Ingenieursnichts; ja, es stürzt sein werk zusammen ! Also glaube ich auch berechtiget zuseyn, alles was zur glücklichen Ausführung der Fundamente beytragen kann, in die-sem werke aufzunehmen, und es scheinen die bey denen von mir ausgeführten An-lagen gemachten Beobachtungen (s. 577) von der Art zu seyn, dafs sie über diesenGegenstand nützliche Resultate enthalten, worauf ich also verweise! Was die Beschaf-fenheit des künstlichen oder natürlichen Grundes anbetrift, worin die pfähle einge-rammt werden, so findet darüber der wifsbegierige Leser theils in diesem BandeS. 540. und in meinen seyträgen zur Brückenbaukunde, Aufschlufs, den ihm in ei-nigen Jahren auch der dritte Band dieses Werkes, noch ausgedehnter, geben wird.

$. 109 . Folgende allgemeine Grundsätze bey Fundirungen sind also als Resul-tate des in diesem Abschnitte vorgetragenen anzusehen, l) Der Boden, auf den einsauwerk errichtet werden soll, mufs vorher untersucht und sorgfältig von weichenStoffen aller Art gereiniget werden. 2) Auf einen durchaus festen Grund mag dasMauerwerk, wenn es nicht im strömenden wasser hineingeht, oder tief auf denGrund selbst angefangen werden kann, gleich errichtet werden; alle einzelne Gruben