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Wände, mufs man den Mörtel sorgfältig mittelst der Mauerkelle einwerfen und ein-streichen, wozu ein etwas steifer Mörtel gebraucht wird. Zuweilen bedient man sich vdazu auch eines Kittes. Diefs Einstreichen geschieht bey jeder Tagarbeit vor demFeyerabend, damit der äufserc Mörtel sich mit dem innern noch feuchten Mörtel,gut verbinde. Diefs verfahren mufs aber so oft wiederholt werden, bis man garkeine nitzen oder offene stellen , in den stofsfugen entdeckt.
8. ) Alles entweder stets im wasser bleibende oder öfters demselben ausgesetzteMauerwerk mufs mit cem ent - mörtel gemauert werden. Da es nothwendig ist, dafsder Mörtel vor dem Eintritt des Frostes trockne, so maure inan im Herbst nur solange, als dieser anziehe und trocknen könne. Nur die äufserste Nothwendigkeitkann die Aufführung der Mauern im Herbste oder Anfangs winters , entschuldigen,wozu der Ingenieur, durch die spätere Bewilligung eines Baues und dem umstände,dafs das werk im Frühling fertig seyn. mufs, zuweilen und in unsern Zeiten, worindie Form der Geschäfte sehr weitschweifig, also nachtheilig für die Sache selbst,geworden ist, öfters, gezwungen wird. In diesem Fall mufs man wo möglich, grofseWerkstücke, die fast ohne Mörtel gelegt werden, zu dem Aeufsern des Werkes zaerhalten suchen.
9. ) Es mufs der Mörtel zu den aus Werkstücken aufzuführenden Mauern dünnerals zu den Bruchsteinmauern, wozu man groben Grand unter dem nalch gebrauchenkann, zubereitet werden, damit derselbe in die pori der steine eindringe, mithinihre Verbindung unter einander bewirke, sobald er erhärtet und die darin enthal-tenen salze von der mft und sonne ausgezogen sind.
10. ) Damit die Bindung des Mörtels bewirkt werde, so mufs eine jede hori-zontale Mauerschichte nicht viele Tage über unvollendet bleiben. Wo sich dieseVorschrift nicht bewerkstelligen läfst, säubere man das unterbrochene Stück, welchesan den Enden stufenweise abgebrochen wird, ehe die Arbeit von neuem angeht, vonstaub; besprenge es mit wasser, wann es beym Äbbrechen der Arbeit mit Strohbedeckt war, damit die obere ragen gegen die sonne, den Regen und Frost geschütztbleiben. Dieses verfahren ist nothwendig, weil der Mörtel entweder nicht zu schnelltrocknen oder ausfrieren darf.
11. ) Nach der äufsern Seite ist jede Mauer so eben und regelmässig als mög-lich und mit Hülfe des r.leyloths genau und vertical aufzuführen. In dieser Hinsichtsowohl, als wegen der Dauer, mufs man zur vorderen Mauerfläche die besten undregelmäfsigsten steine wählen. Zu allem Mauerwerk aber, die steine , welche Gat-tung es auch seyn mag, vor dem Gebrauche, austrocknen lassen: denn viele Bruch-steine enthalten , wenn sie aus dem Bruche kommen , wie z. b. die feinkörnigenSandsteine und die Tufsteine viele Feuchtigkeiten, Salpeter und salze, die, wenn siein den steinen bleiben, nicht nur eine feuchte Mauer geben, sondern auch die Bin-dungskraft des Mörtels schwächen und vom Frost viel leiden.