Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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591
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12. ) Aucli müssen die verticöl- oder stofsfiigen bey allem Mauerwerk niemalsaufeinander treffen, damit ein fester Mauerverband entstehe, und je ein Stein deroberen nage immer auf zwey Steine der nächsten unteren ruhe. — Nachahmens-Werth ist: bey gewissen Fällen die construction des Kay’s von pelletier und Vuorlogezu raris, siehe Seite 139 u. s. w., und die seitenmauern von den schleusen auf demcanal von Languedoc . Tab. 77. Fig. 1 und 2.

13. ) Die Ecken, an denen dem strömenden Wasser und dem nisstofse entgegenstehenden Mauern, mufs man so viel als möglich vermeiden, daher auch die Brü-ckenpfeiler vorne nach einem Halbkreise abrunden. Zu diesem zweck behaue mandie Werkstücke nach dieser Form, und lasse die Ziegel in eigends gemachten Formenbrennen.

14. ) Man mufs auch die Mauern der Wassergebäude aller Art, nicht früher an-fangen , bis nicht eine hinreichende Anzahl von Materialien vorräthig ist, um entwe-der das Gemäuer zu vollenden, oder doch so lange ohne Einhalt arbeiten zu können,bis mehreres Material beygeschafft ist. Also mufs man für das Bebauen der Werk-stücke und ihren Transport zur gehörigen zeit sorgen, und nichts dem ohngefährüberlassen, welches oftmals geschieht.

15. ) Es dürfen auch die Mauern nffcht eher begonnen werden , bis der untereah eil oder das Fundament sich gesetzt hat. Eine nachtheilige rolge von dem Nicht-hefolgen dieser Vorschrift ist bey dem Meerdamme von Toulon eingetreten, (s. 114.)Bey den von Werkstücken aufzuführenden Mauern mufs die obere und untere Flächeeines jeden Steines parallel laufen, und der stein mufs im Winkel an fünf seiten genaubearbeitet, an den hintern aber, wegen der besseren Verbindung mit dem ziegel-oder Bruchsteingemäuer, rauh belassen werden. Die Römer liefsen jedoch bey eini-gen Gebäuden nur die untere und obere Fläche der grofsen steine bearbeiten, unddie übrigen vier Flächen rauh. So erhielten die davon aufgeführten Bauwerke dasAnsehen von Bäuerischem werk, und so sind in Baiern alle römischen Befestigungs-werke aufgeführt, wie die ueberreste in Lindau , Kegensburg, bey Kehlheim an derDonau und pappenheim beweisen. Bildete ein solches Mauerwerk die umfassungs-wände der Tempel., so wurden die steine , nachdem der Mörtel ausgetrocknet war,behauen, zuweilen auch sorgfältig abgeschliiTen.

16. ) Den Mauern von Werkstücken , wie man auch die steine behauen mag,kann man keine festere und dauerhaftere construction geben, als wenn in jedesWerkstück, oder in einigen, eine 6 bis 9 zoll im Quadrat grofse Vertiefung ausge-hauen wird, nämlich in zwey neben einander und in andere zwey aufeinander lie-genden Werkstücken, und wenn man in diese Vertiefungen einen aus harten steinenbestehenden würfel, in dünnen Mörtel einsetzt, welcher ein Döllen heifst. Man kannstatt der würfel auch schmale Kieselsteine gebrauchen , und hiernach die Löcher inden Werkstücken aushauen lassen. Eine Verbindungsmethode, die mit dem besten