Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
609
JPEG-Download
 

stauschleusen gebraucht. Läuft dann der ognonbach sehr an, und bringt er vielMaterial; so werden die vier Grundablässe und das Stemmthor, zuweilen auch dienuthwand, geschlossen, damit die canalhaltung bis zur schleuse pcchlaurier , wederdieses Material, noch des Wassers zu viel empfange. Die zwo wehre längs demcanalet sind von nolz. Das grofse treberfall - und Stauwehr (la chausee) ist abermassiv mit grofsen Werkstücken bedeckt und auf einen Felsgrund gelegt.

§. 128. Zur vertheilung des Stromes, in grofsen Ableitungen legt man gleich-falls wehre an, die mit Drehthore, Aufziehsclnitze und Balkenwände geschlossen wer-den. Ich will hier eines der gröfsten wehre der Art, die ich gesehen habe, alsBeyspiel anführen. Aus dem Etschflusse geht in dem sogenannten polesine ein canalbey dem orte castagnaro, wonach derselhe benannt ist, ab, der im Jahre 1438 aus-gegraben wurde.. In dessen mündung ist das wehr Tab. QQ. rig. 25. und 2Ö. angelegt,welches aus IQ oeffnungen, wovon acht mit verticalstehende und zwey mit horizon-talliegende Balken geschlossen werden, besteht, und das sobald in der «ähe der Etsch ,welcher ihrem niedrigsten Stande kein Wasser entzogen werden darf,, verschlossenwird, und eine grofse wasserinasse- durohläfst,, wenn es nöthig ist. Dieses wehr istmit einem sturzbette a b versehen und gewährt ein schönes Ansehen. Da, wo derca&tagnaro sich mit dem r artaro vereinigt, ist ein Burchlafswehr, welches dreystemmihore hat, die gegen den canal Bianco (d. i. die Fortsetzung beyder canäle)zusammenschlagen.

$. 12Q. Nachdem ich hier einige wichtige ausgeführte wehranlagen beschriebenhabe , die vorzüglich bey schwierigen Fällen des canalbaues Vorkommen, so will ichjetzt eines Entwurfes erwähnen , den ich zur schiffbakrmachung, des marchßusses inmähren (iah. QÖ.) gemacht habe, und womit mehrere wichtige Absichten befriedigtwerden können. Zehn nurehlafswehre, die zugleich Stauwehre seyn müssen, solltenden Marchfiufs zu derjenigen Hohe erhalten, die derselhe bey dürrer Jahreszeit, wegen19 Mühlen, die 127 Gänge treiben, haben mufs. Es ist hier noch nicht der ort, indie zur Schiffbarmachung dieses Flusses anzuwendenden Mittel einzugehen, und ichbleibe daher nur bey der construction eines solchen wehres stehn. Die Bedingun-gen sind: dafs a) das wehr die Hoehgewässer unschädlich für die uferlande abführt,b). beym niedrigsten Wasserstande den Marchfiufs dergestalt aufstaut, damit derselbedie darin gelegten Mühlen, deren schädliche ueherfallwehre unnöthig werden , treibe,und c) die darauf einzurichtende Schifffahrt befördere. In Hinsicht der erstem Be-dingung kann solch ein wehr mit Entwässerungswehr (Grundablafs), in Betreff derzwo letztem, mit Stauwehr bezeichnet werden. Es hat daher eben dieselbe zweckezu erreichen, welche mit dem §. 19. beschriebenen durch den orbflufs in Languedoc wirklich erreicht worden sind. Folgende construction Tab, 96. habe ich der k. k.österreichischen Regierung , als ich noch das Bauwesen der Monarchie dirigirte,(Anfangs 1805) vorgeschlagen, nachdem ich den marchfiufs in allen hydrotechnischenH, Bd. ' 7-t