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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Jedes dieser vier Gewölbe hat 5 J scliuh an weile. Sie werden wenigstens inder secunde 1000 eubik-Schuh wasser durchlassen, wenn der Strom zum höchstensteht. Folglich bleiben 10Q2 ■+* 1000 — 20Q2 eubik- schuh ueberschufs, die mehrabgeführt werden können, als der höchste Strom je zuführt. Diese Gewölbe gewäh-ren auch noch den vortheil, dafs man , wenn der ström nur einige schuhe steigt,die Balkenwände des wehres nicht öffnen darf, weil sie den Abflnfs des Stromes zu-lassen , folglich derselbe nicht so. hoch steigen kann, als wenn diese Gewölbe nichtbeständen. Mittelst dieser Einrichtung habe ich also dem werke die offen stehenderrofile ($„ 144.) gegeben, welche die Stromhöhen reguliren , ohne die Balkenwändeder wehre zu öffnen. Auch erspart sie viel Mau er werk, und dann bilden diese Ge-wölbe, beym hohen ström, vier eascaden, welche- die Gegend verschönern und denZuschauer für die Wasserbaukunde mit Achtung erfüllen. Wie schön und majestä-tisch dieses wehr aussieht, wenn das. wasser durch die vier rfeilergewölbe über diefünf Balkenwände und durch die Flofsfahrt stürzt — dies hat der geschickte Künst-ler H-r. pollinger in der vn. Figur der lOlten Kupfertafel sehr getreu dargestellt.In der Mitte dieser Zeichnung steht der von 1404 bis 1-477 (nach gothischer Archi-tectur sehr schön erbauete Thurm der Martinskirche , der vier hundert acht undvierzig baierische schuh hoch ist. Links steht die 1338 erbauete Jobstkirche .

Durch diese neue Einrichtung des wehres mit den nurchlafsöffnungen habe ichalso die erste Aufgabe vollkommen gelöfst; denn meine durch, Beobachtungen begrün-dete Berechnung zeigt: dafs die höchsten Anschwellungen niemahls höher denn 5 •§schuh über den. niedrigstenwasserstand des aafgestaulen Stromes, d. i., 10 schuhüber die sohle der wehröffnungen steigen werden , wenn man nämlich alle fünf mitsalken geschlossene Durchlässe und die vier Gewölbe geöffnet hat; eine wasserhöhe,wohey die Stadt und Gegend keinen Nachtheil erfährt-

147. Der zweyte iheil der Aufgabe erheischte: dafs die Wehrdurchlässe der»gestalt eingerichtet wurden , damit der ström, bey einem niedrigem wasserstande,die Mühlen treibt, als bey welchem er sie gegenwärtig im Umtriebe setzt und erhält.Wobey ich bemerkedafs nach einem abgehaltenen Protokolle die Eigenthümer derMühlen behauptet haben: wie bey einem wasserstande von 8 zoll über den niedrig-sten des aufgestauten Stromes alle Wasserräder vollkommen im umlaufe erhalten wer-den können. Ja! bey einer am 4. May 1810 von neuen angestellten Local - Unter-suchung, als der Strom im hydrometrischen Beharrungsstande war, und ein Fufs zehnZoll über den niedrigsten stand, sagten die obermühlknechte einstimmig aus, dafs,wenn der Strom noch einen schuh sechs zoll fiele, die Wasserräder im Umtriebe er-halten werden, folglich würde man nur einen wasserstand von vier zoll, und nichtvon 8 zoll nöthig haben. Es ist auch klar, dafs die Gewerkbesitzer mit dem nie-drigsten wasserstande noch zufrieden seyn müssen , wenn der ström bis zu diesemüberall gefallen ist,, weil hierauf das alte wehr angelegt war. Auch werden die