Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Mit beyden Wasserkehruugen, das ist, sowohl mit den senk- als Grimdbän-men, wird aber von den Müllern oder Maschinenbesitzern ein grofser Unfug getrie-ben ; anfänglich suchen sie die Erlaubnifs nach, nur diese für den Abflufs des Stro-mes minder schädlichen Anlagen errichten zu dürfen, aber bald legen sie Steine undFaschinen davor, setzen Planken darauf, und errichten nach und nach förmlicheWehre, welches um so ungescheuter geschieht, da es in den mehresten Ländern aneiner Flufsbaupolizey fehlt, und die Wasserbaubeamtem, die diesem Unfuge steuernwollen, nicht gehört werden , auch nur selten die Nebenflüsse bereisen dürfen, in-dem die Ausgaben zu Reisen sparsam zugemessen sind. Als schädliche Beyspielekönnen die queer in der Isar (oberhalb München ) liegenden , für die Flofsfahrt so-nachtbeiligen senkbäume , so wie die queer in der Rednitz oder Regnitz (zwischenBamberg und Erlangen ) zum Behuf der Treibung derer im zweyten Bande s. 3t6.beschriebenen wässerungsräder angelegten Grundbäume,, die jetzt wahre Wehre ge-worden sind , angeführt werden,-

III. Ueber die Räumung der Flufsbetten. von den darin befindlichen die Schifffahrt

hindernden Gegenständen.

§. 1QQ. Die zu naehtheilige Seichtigkeit gewisser Bezirke eines schiff bahren-Flusses, entsteht entweder durch die übermäfsige Weite des Flufsbettes, oder ist eineWirkung der darin liegenden Felsen, einzelnen Bäume, Wurzeln, Pfählen, sand, Thon,Modder und Kies. Wird nun erwogen, dafs die Anwendung von Maschinen undspühlschleusen, oder gegen den ström schief gestellten, und flufsabwärts durch stein-beschwerung gesenkter Prahmen (2. B.. s. 48Q.), unter denen das aufgestaute Wassereine Austiefung zu machen gezwungen wird, *) in ein zu weites Bett, zur Vertiefung;

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■-S.

*) Eines ähnlichen, auf eine kurze Zeit die Vertiefung einzelner Stellen bewirkenden Hülfmittels,bedienen sich die Flufsschiffer und Flofsfahrer. Gerathen sie nämlich auf eine Sandbank, [so’legen sie am untern Theil des Schiffes oder Flosses eine Planke auf der hohen Kante’ in denStrom , stemmen sie an das Schiff oder den Flofs , und ziehen sie in einer schiefen Richtung,mittelst Seile oder Hacken , gegen den Strom, welcher, damit etwas aufgestaut wird, daher ge--gen den Flofs oder das Schiff anströmt. Auf diese Weise macht man auch wohl den Sandflüchtig, und defswegen eine gröbere Tiefe. Diese Planke leistet also im Kleinen, was ein ver-senkter Prahmen iln Grofsen bewirkt. Eine ähnliche Vorrichtung habe ich im venetianischenund iin südlichen Tyrol, an den Wildbächen, gefunden, die auch' bey solchen Leitcanälen(Durchstichen) Anwendung findet, deren man sich im flachen Terrain, worüber der Strom sichausbreitet, und daher nicht in die Tiefe wirken kann, (bey kleinen Flüssen) bedient. Man stelltnämlich Ilolzböeke , die drey Füsse haben (cavaletti) auf das flache Ufer, und lehnt daran nachder Stromseite 2 bis 3 Zoll dicke Bretter, die auf die zwey vordem Füsse oder Spreitzen desHolzbockes mit hölzernen Nägeln befestigt Werden. Auf diese Weise {liefst der Strom längseiner Planken-Wand oder zwischen zweyen beweglichen Planken - Wänden. Zuweilen schlägtman aus mehreren Planken eine ganze Tafel zusammen, welche vor die Böcke herunter ge-lassen wird.