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Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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spitzen Winkel geschehen , (B, X. S. 218). Wenn aber in einem Flufsbezirk in derNähe der Einmündung eines Nebenflusses, in Hinsicht der Schifffahrt, eine geringereGeschwindigkeit vortheilhaft ist, mache man die Yereinigung stumpfvvinkeligt. Dieseletztere Maafsrege] läfst sich aber nur selten mit den übrigen Rücksichten beymFlufsbau vereinigen ; denn sie hat gewöhnlich, Ueberströmungen und Erhöhungen desBettes, von dem Neben - oder Hsuiptflusse, zur Folge. Letztere entstehen dabey nurin dem Falle niebt, wenn die Flüsse weder groben sand noch Kiesel führen! Zu-weilen ist eine solche stumpfwinklichte Einmündung der Nebenflüsse in den Haupt-Hufs auch für die Schifffahrt, auf letztem», äufserst nachtheilig, weil sie in der Nähe■der Mündung des Nebenflusses Widerströme verursacht, die die Einfahrt darin unddie Fahrt in den Iiauptflufs gefährlich machen. Ich werde dies im nächsten Kapiteldurch fein merkwürdiges Beispiel an der Einmündung des Marchflusses in die Donau ,bey Theben, näher erörtern. Bey einem solchen Local mufs daher die Trennungbeyder Flüsse, mittelst eines Bauwerkes, dergestalt bewirkt werden, dafs dasselbeihren Lauf in dessen Nähe zweckmäfsig regulire. Auch die vorgeschlagene Verbes-serung der Rhone , oberhalb dem Canal von Beaucaire, giebt ein merkwürdiges Bey-spiel solcher Unternehmungen.

3) Flüsse, die sich ins Meer ergiefsen, und in welchen die Fluth eintritt,sollten eine, ihren Stromsectionen angemessene Mündung, und oberhalb nicht seiten-äste erhalten, um eines Tljeils ein hinreichend tiefes Fahrwasser zu haben, und an-dern Theils so weit aufwärts, als möglich , die Einwirkung der Fluth zu erfahren.Diese letztere Absicht erleichtert; nämlich die Schifffahrt aufserordentlieh, weil derSchiffer entweder von der Ebbe oder von der Fluth, den schnellen Gang des Schiffesbewirken lassen kann. Das wichtigste über diese Maxime (Band I. s. 4Ö0 bis 42.Q.)gezeigte Beyspiel legen uns die untern Flüsse Hollands vor Augen.

3) Soll die Seichtigkeit eines Flusses durch einige in dessen Bahn hineinge-legte Bauwerke vermindert, d. i. eine tiefere Bahn hervorgebracht werden, indemman die stromseciionen, durch Bauwerke und Dämme (3, I. s. 22p — 240 ) schmä-lert, folglich das zur Austiefung des Bettes erforderliche vermögen des Stromes her-vorbringt : so mufs der Ingenieur die auf den stromstrich perpendikulär liegendenWerke vermeiden, weil dieselben ungleiche Tiefen und widerstrahle, woraus dieSchiffe nur mit Mühe herauszubringen sind, verursachen. Also lege er declinante,mit Flügel- und Fangkril^ben (i. B. S. 238) versehene Werke an. Es sind demnachdie in den Strom hineingehenden isolkten Kribben (in Hinsicht der Schifffahrt) mög-lichst zu vermeiden.

4) Niemals wende man aber die gegen alle Erfahrung streitende Methode an,welche darin besteht, die Kribben gegen den ström zu legen. Solche Werke verur-sachen Wirbel über Wirbel, hier seichte, dort tiefe stellen, und bringen daher dasFlufsbett recht in Unordnung; ein Beispiel geben die so in dem lint-canal in derSchweiz angelegten Werke.