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Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Von der ■ schiffbahrmachung des charente -Flusses in Frankreich .

§. 12Ö. Der charente - Flufs gehört, als Wasserstrafse betrachtet * zu den wich-tigsten Flüssen Frankreichs ; kein Wunder daher, wenn die Regierungen ihn schiff-hahr zu machen suchten. Indessen blieb es bis 1772 bey Vorschlägen, bis derOberingenieur rresaguet diesen Gegenstand mit Einsicht und seltener Thätigkeit be-handelte. Ich will hierüber das Wichtigste aus dem werke von Lalande: canaux d©navigation p. 392 — 401 ausziehen und mittheilen. Die vom Ingenieur xresaguetentworfenen Arbeiten fangen bey Syvray an. Es sind drey Kammerschleusen mitstemmthore, 70 kleine aus Werkstücken bestehende Schiffsdurchlässe mit Stemmthoren,welche letztere bey erstem noch niemals angewendet waren, gemacht worden. BeySivray, Vertueil und in der Vorstadt von iioumeau, unterhalb Angouleme , sollten Flufs-häfen kommen; endlich noch einige Flufs - Rectificirungen , vermittelst Durchstichenund andere kleinen Werken gemacht werden ; Anlagen, w'ozu die Kosten auf 1,171,213Livres berechnet wurden , anstatt der 7 oder 8 Millionen , auf welche summe sichdie verschiedenen Vorschläge, unter der Regierung von vier Königen, beliefen. Be-reits 1777 waren sechs jener Durchlässe vollendet, welche für die Passage der Kahneund kleinen Gabarrn, von 60 Tonnen, dienten, und in welchen diese Fahrzeugeauf 3 bis 3 -f Fufs Hohe in 10 oder 12 Minuten aufwärts geschleufst werden, näm-lich mit Hülfe einer Erdwinde, an der sechs Menschen drehen. Zuvor bedurfteman 30 Paar ochsen, um solche Fälle zu passiren, und oft vergieng ein Tag, überdem Aufsuchen dieser Zahl ochsen und dem Ausführen des Manövers. Schon hierauskann man auf die Ersparung der Kosten, der zeit, des Wassers und dem Stillständeder Mühlen schliefsen. In dem Plane, welchen Tresaguet im September 1772 machte,handelte er die construction der Durchlässe ab, und gab Mittel an, sie zu vervoll-kommnen, so wie auch, um den Hindernissen, die man auf dem Nieder-Charenteantraf, obgleich es dort schon einige Durchlässe gab, zu begegnen.

§. 12 7. Die Schiffs - Durchlässe (pertuis) nannte man in einigen ProvinzenHalbschleusen, einfache schleusen, fr. portieres, portes marinieres, portes de garde,par de roi, passe-lys, oder passelys; es sind Durchgänge auf einem Flufs, wo dasWasser zurückgehalten ist, welche man öffnet, um die Fahrzeuge durchgehen zu las-sen. Mit Hülfe des Stromes gehen sie hinab, und steigen stromaufwärts mittelstMaschinen, Pferden und ochsen. In wenig reissenden Flüssen, wie z. B. die charente jdie in niedrigen aus wiesen bestehenden Ufern fliefsen, ist es vortheilhafter sich derDurchlässe als der Kammerschleusen zu bedienen; weil man in den mühlwehren be-queme Durchlässe anbringen kann. Wollte man statt dieser Durchlässe Kammerschleu-sen anlegen : so müfsten sie weiter von einander entfernt werden, 11 m die Unkostennicht zu vermehren, Und man miifste eine grofse Anzahl Mühlen eingehn lassen; <auchhöhere und stärkere Wehre mit bedeutenden Kosten anlegen. Ueberdies kostet dieAnlage einer schleuse dreymal so viel, als die eines Durchlasses, da die charente III. Band. „ 27