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§. 3. Ehe ich zu den bey künstlichen Inondationen zu heobachf enden Maxi-men und der Beschreibung von dem Merkwürdigsten übergehe, glaube ich Einiges:über den Nutzen der Festungen und ihre gute vertheidigung, anfiibren zu müssen,da es Feldherrn gegeben hat, die einen zu geringen Werth auf feste Plätze gelegt,und Commandanten , welche Festungen vom ersten Range schändlich in wenig Tagenübergeben haben. Dies hat demnach einen wichtigen Finflufs auf die Benutzungkünstlicher üeberscliwemmungen. Ich glaube hierüber einiges aus dem Werke voncarnot: „s ur la defense des places fortes, entlehnen zu dürfen, weil der Verfasserals ein grofser Ingenieur bekannt ist. Er erlaubt sich auch die Meynung andereraufzunehmen, ohne sein eigenes Urtheil zu beschränken, und dieses Verfahren einesSchriftstellers scheint mir eben so nützlich als lehrreich zu seyn.
Carnot führt zuerst über diesen Gegenstand des Herzogs von vrbino Meynungan. Derselbe sagt nämlich in seinen militärischen Betrachtungen. „ Als das triumphi-rende notn sich Herr der Welt sah, seine Armeen oder vielmehr die Unterwerfungaller Volker, ihm keine sorge übrig liefsen, befestigte es sich, nicht aus Furcht,sondern aus Vorsicht, indem es sich gegen die streiche des Schicksals sicher stellenwollte. Erwägen wir : dafs Alexander im Begriff stand , sein Glück vor Tyrus schei-tern zu sehen, und dafs Rom nichts vor Numantia ausrichtete! Wie tapfer die Vol-ker, und wie unermüdet sie seyn mögen, wenn sie keine befestigten Städte haben»so sinkt ihre Macht schnell; man kann sie mit bewunderungswürdigen Massen ver-gleichen, welche, in Ermangelung der Consistenz , bald auseinander fallen, wie dieErfahrung mehrerer Jahrhunderte beweifst. Hat sich einmal die Bestürzung in einerArmee der Gemüther bemächtiget, so schlägt sie der rasche Feind im offenen Felde;findet sie aber einen Flufs, hinter dem ihr General sich lagern kann, so gewinntsie Muth und wird dem Feind bald wieder furchtbar.” Wobey freylich der Herzognoch hätte hinzusetzen mögen: wenn man die Mittel, sich wieder eine Armee zuschaffen oder den Krieg lange zeit auszuhalten, besitzt, und die moralische Kraftnicht von der Nation gewichen ist! „Kann man sich” fährt der Herzog fort, „ineine Festung werfen, so wird nicht selten der Uebermuth des Feindes gebrochen!Der Besiegte gewinnt zeit sich zu sammeln, er ermüdet und schwächt seinen Geg-ner, durch häufige Ausfälle, oder durch muthig abgewiesene Stürme; macht ihn einebedeutende zeit verwenden , während welcher neue Truppen gesammelt oder mäch-tige Hülfe aufgefunden wird, durch die man den Belagerer zu Grunde richtet, indemman ihn das Wasser abschneidet, oder seine Linien durchbricht. Wie oft sind grofseFeldherrn vor wohl befestigten Schlössern gescheitert; wie viele schöne und wichtigeArmeen sind vor den Wällen einer citadelle gänzlich zu Grunde gerichtet! Hier ha-ben sie nicht blos mit dem Krieger zu kämpfen, sondern mit dem Ungemach derWitterung, mit Kälte, Hitze, Regen, schnee, Hagel und Hunger , mit Krankheit undVerzweiflung! Wer weis nicht, welchen vortheil die Kaiserlichen aus der Gefangen-