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Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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meuport im Jahre 1600, wenn es nicht die Festungen waren ? Die Holländer trugenvollständig den sieg davon, und blieben Meister des Feldzugs, allein deshalb wurdensie nicht Herrn von Flandern und gewannen darin, so zu sagen, nicht zwey zoll.breit Landes. Wären nach der schiacht von xa Marseiile 1693 in piemont keineFestungen gewesen, so war es um den Rest der Staaten des Herzogs von savoyengeschehen, die schlachten von Fleuris 1 ÖQ 0 und von Neerwinden 1 ÖQ 3 hätten Lud-wig xiv. zum Herrn von ganz Flandern gemacht. Jedermann weis aber, dafs, indemes seine Festungen beybehielt, allen Angriffen Trotz geboten hat, ohne dafs die Feinde,bey mannichfachen Erfolgen, sich dessen jemals hätten bemächtigen können, stattim Gegentheil, das österreichische Flandern , wo man zufolge einer falschen Politikdie bedeutendsten Festungen eingehen liefs, stets nach zwey oder drey gewonnenenschlachten erobert wurde. Holland , das mit Festungen besät, die Macht Philipps 11.und Ludwigs xiv. hintereinander scheitern machte, ward gleichwohl durch die Fran-zosen in einem Feldzuge erobert;, weil es so seine Festungen vernachlafsigt, undnicht gehörig versehen hatte: ein auffallendes und ewig denkwürdiges Beyspiel vonder Wichtigkeit der Festungen und der Nothwendigkeit, sie stets mit allem zu ver-sorgen, was zu ihrer Vertheidigung dienen mag.“

Indessen mufs man auch gestehen, dafs die Unentschlossenheit der Vertheidi-ger Hollands und der harte Winter von die Eroberung seiner festen Plätze, als

Grave,. Herzogenbusch, Gorkum , woudrichem, Löwestein, crevecoeur, Nymegen,Arnheim , die Forts von der Grebbe, Meuwersluis , und der Festung von Naarden er-leichterte ; und kann man dem französischen Gouvernement jetzt nicht eben diesenVorwurf: seine holländischen Festungen vernachläfsigt zu haben, machen? Die be-sten Festungen nützen also ohne ihre Versorgung mit Proviant, Geschütz und Vorrathaller Art, und eine standhafte und kluge vertheidigung, so wie ohne eine Armee imFelde, die sich mit der feindlichen an moralischer und physischer Kraft messenkann, wohl gar um vieles gegen sie zurücksteht, wenig, und sind öfter eher schäd-lich als nützlich. Dies hat uns die neueste Kriegsgeschichte mit Magdeburg und' mehreren Festungen, zuerst in Italien, dann in Deutschland , bewiesen. Ein glei-ches gilt von den vielen verschanzungen und Batterien, die manche commandantenaufwerfen lassen, wenn gleich ihre Mannschaft nicht hinreicht, den zehnten Theildavon zu besetzen. Der Feind nimmt sie dann fort, und bedient sich ihrer gegenihren Urheber ! Wenn gleich nach den Militär - Gesetzen eine Festung nicht über-geben werden soll, bevor eine zum Eingänge des Feindes hinreichend grofse Brechein Hauptwall eröffnet, und diese, nach zuriickschlagung eines Angriffes auf dieselberächt mehr vertheidigt werden kann, bis es an Mannschaft, Lebensmittel und Muni-tion fehlt: so hat doch die Erfahrung und noch die neueste zeit sehr oft bewiesen,dafs die Belagerten entweder für die Einwohner und ihre Gebäude, »oder für ihreeigene Existenz zu viel, und für die Sicherheit der Vertheidigung zu wenig Riick-

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