Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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welche die Vertheidiger anwenden, um plötzlich das zurückgehaltene Feuer in Wirk-samkeit zu setzen, und angriffsvveise in den engen Logements zu erscheinen, wodie Angreifer ihre Uebermacht nicht geltend machen können: sie kennen die Vortheiledes Abjagens der Retranchements beym Rückzuge nicht, noch die Chicanen der Ka-ponieren, die Wegschaffung der Breschen durch Minen und Fladderminen, noch dieAbschnitte in den Bastionen u. s. w.; mit einem Worte, sie ahnen die grofsen undwahren Hülfsquellen der Vertheidigung gar nicht. Es wäre dasselbe, sich bey derersten Aufforderung zu ergeben.’’

Schon hieraus erkennt man: wie wichtig die Auswahl eines geschickten Fe-0 stungscommandanten sey. Er sollte natürliche Fähigkeiten mit wissenschaftlichen

Kenntnissen, Energie im Handeln ( also hohen siuth) mit Unbestechlichkeit vereinigenund eine robuste Constitution haben, um die Strapazen der Belagerung und des ge-wöhnlichen Dienstes zu ertragen , dessen Detail er genau kennen mufs , und danebensollte er eine Belagerung und die Vertheidigung einer Festung beygewohnt, zum min-desten aber alle Werke studirt haben, die die verschiedenen Systeme der Festungenund die Beschreibung der Belagerungen enthalten. Der Chevalier de rille sagt da-her : „Wenn man irgend ein. wichtiges Gouvernement an Bejahrte giebt, um sie fürihre geleisteten Dienste zu belohnen , so ist hieran nicht wohl gethan, denn statt ih-nen Ruhe zu verschaffen, würden sie in Arbeit gesetzt: diese Plätze verlangen thä-tige siänner, welche die Mühseligkeiten ertragen, die sowohl mit der sorge für dieVervollkommnung des Platzes und seinen Umgebungen, als auch mit der Vertheidi-gung verbunden sind. Wer einem solchen Amte wohl vorstehen will, darf nicht alleNächte schlafen; er mufs den Soldaten und die Einwohner in Furcht erhalten, undmufs oft die Wälle besichtigen. Der Gouverneur mufs ein Mann von Einsichten seyn,seine Festung kennen und lieben , wie das, was ihm am theuersten auf der Welt ist,und wovon sein Leben und seine Ehre abhängt, weil er sich, indem er in sie ein-tritt, vorsetzen mufs, nach ihrem Verluste nicht länger leben zu wollen . ”

Ich habe hier über die Eigenschaften eines Commandanten einiges anführenzu müssen geglaubt, weil selbst die künstlichen Inondationen nicht grofse vertheidi-gungsmittel darbieten, wenn sie elenden Befehlshabern anvertraut werden. Aber dieWichtigkeit der Festungen spricht sich durch ihre Hülfe recht aus. Ja eine in einerguten Festung wohlangeführte Garnison, die mit allem wohl versehen ist, kann nachdem Urtheile Carnots „eine zehnfach zahlreichere Armee nöthigen , die Belagerungaufzuheben. Dazu wird freylich erfordert: dafs der Befehlshaber es wolle, und dafser entschlossen sey, eher zu sterben als zu weichen. Ein regelmäfsiger und selbstgut besorgter Dienst reicht nicht aus ; es bedarf da der Begeisterung ; es ist nöthig,dafs eine grofse Leidenschaft das Ganze beseele! wo es nicht gelingt, diese beydenDinge ins Werk zu setzen, ist fast nichts zu hoffen ; man wird stets auf eine be-schr änkte und der Berechnung unterworfene vertheidigung zurückgeführt werden

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