Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Hauptmacht gegen Antwerpen selbst geführt, welches der Herzog mit seinen Truppengänzlich einzuschliefsen suchte. Er selbst nahm seine Stellung zu Bevern in Flan-dern, ohnweit Antwerpen (t. 132.), wo er ein verschanztes Lager bezog. Unterhalb Antwer-pen ward die Fahrt auf der scheide von zwey Forts; das von tiejkenhoeck auf der InselDoel gelegene und von dem von Lillo gesichert. Da dieses, auf Befehl Alba’s, vom Gene-ral mondragon , erbaut war, so wurde diesem der Angriff darauf übertragen ; daserstere sollte der Markgraf von Rysburg erobern. „Eine merkwürdige Kriegslist,“sagt Strada , „begünstigte bey dem ersten Fort den Erfolg: man steckte eine Mengemit Heu und Stroh beladener wägen in Brand , von welchen die B.auchwolken gegenLiefkenhoek getrieben wurden, die Besatzung einhüllten, und sie zu ersticken droh-ten.“ Diesen Moment benutzten die Belagerer zum Sturm, und erstiegen die wälle aneben dem Tage, an welchem der berühmte Prinz von oranien durch Mörderhände fiel. *)Mondragon war mit dem von Lillo nicht so glücklich; er verlohr durch die ruhm-volle Vertheidigung des Commandanten odets von Teligny, der die spanischen Bela-gerungswerke zerstörte, 2000 Mann und sechs Wochen Zeit; er mufste mit einerweiten circumvallationslinie längs den Dämmen, der vermittelst Eröffnung der Schleu-sen bewirkten ueberschvvemmung wegen, sich begnügen, und bezog bey stabröckein festes Lager. Hier konnte also, nachdem man von den zwo Eorts nicht Meisterward, die Fahrt auf der breiten Schelde nicht gesperrt werden, und der Herzog be-schlofs : diese Sperrung durch eine Brücke näher gegen Antwerpen zu bewerkstelligen.Siehe Tab. 132. Fig. Y. Der Gedanke dazu war eben so kühn als neu , und Einigehielten ihn daher für abentheuerlich. Zuerst im September (1584) wurde an jedesUfer ein Fort angelegt, und als beyde Forts mit Geschütz besetzt waren, begann derBau dieser berühmten Brücke! Das auf dem linken Ufer erbaute Fort hiefs das voncallo , wobey noch eine starke Batterie e lag; das auf dem rechten Ufer benannteman nach einem nahe dabey gelegenen Dorfe, das Fort von oordamm ; jenes hiefsauch das Fort st. Philipp, und dieses St. Maria. Die Breite des Flusses von 1QQSSchuh, dessen Tiefe, der Mangel an Bauholz und Werkleuten, so wie die gefährlicheLage zwischen den Flotten von Antwerpen und Seeland; dieses alles konnte dieseUnternehmung in die Länge ziehen und selbst vernichten. Zur Beyschalfung derMaterialien ward ein zwey stunden langer Canal gegraben, in dessen Nähe der Prinz

sein Hauptquartier aufschlug, um dessen Vollendung zu betreiben. Der Rath zwoer

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*) Es ist sonderbar, dafs man sich dieses Mittels zur Stürmung einer Festung oder Batterien, zumAngriff feindlicher Stellungen und selbst in der Schlacht, nicht so oft bediente, als die Witte-rung und der Wind es z.uläfst ! Im Allgemeinen haben die Belagerer mehr bey regelmäfsigen[ Belagerungen verlolircn, als wenn sie einen Sturm wagten; nur mufs dabey menschlich gegenden Bürger und die Einwohner verfahren werden. Man mag die Sieger belohnen und bezahlen !Man stürmt ganze Reihen von Batterien und unterläfst den Sturm der Festungen. Der- preufsische General - Lieutenant von Biilow , einer der ersten Feldherrn unserer Zeit, hat wahr-haft grofse militärische Talente bey den Einnahmen durch Sturm , bey der Eroberung von Hol-land und Brabant 185| entwickelt und bewiesen!