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Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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laufen, und mit ihrer Mannschaft den Damm der Schelde durchstechen, um seineUnternehmung zu sichern.

Zu dieser zeit befand sich in Antwerpen der aus mantua gebürtige IngenieurGctmbelli, welcher mit einer gut ausgedachten Erfindung die Brücke der Spanier zuzerstören sich anheischig machte. Er entwarf den Plan zu einer Barke, welche aus Bahken verbunden war, und in dessen Mitte einige in festes Mauerwerk eingeschlossene Mi-»nenkammern angebracht wurden; die Barke selbst aber wurde mit Steinblöcken, Kano-nenkugeln, dicht neben einander, angefüllt. Aufser diesen feuerspeyenden Balkenka-sten wurde noch ein grofses , eine Menge Geschütz fassendes, plattbodiges schiff er-bauet, welches auf leeren Tonnen lag, um ans Ufer über seichte stellen hinüberge-tragen zu werden, und damit unter den Forts landen zu können, welches die Antwer-per das Ende des Kriegs nannten, das aber nicht sobald vollendet war als jene Barke.Am vierten April wurden endlich zwey solche G-ambellische Höllenmaschinen flott,wovon man eine das Gluck, und die andere die Hoffnung nannte; neben denselbenschwammen mehrere kleine mit Pulver angefüllte Fahrzeuge, die, ohne die Brücke zubeschädigen, flußaufwärts, in die Luft gesprengt wurden. Auch das Glück machtekeinen Effekt ; es blieb am Ufer sitzen , platzte mit furchtbarem Krachen und zer-streute die Garnison einer Redoute. Aber die Hoffnung langte an der Brücke an,und stiefs an die schutzpfähle eines Joches; hier flog diese Höllenmaschine in dieLuft, blieb eine zeit über in Rauch gehüllt, und verursachte ein auf einige Meilenweit erschütterndes Beben. Die scheide wich aus ihrem Bett, die Brücke wurdemit ihren Anlagen eine grofse Strecke zerstört, die Stein- und Kugelmassen, welchedieser Vulkan ausspie, tödtete fünf hundert und zerstiimmelte mehrere tausend Mannspanischer Truppen. Ihr Entsetzen war so grofs, dafs die Antwerper davon den gröfs-ten vortheil hätten ziehen müssen, wenn sie mit diesem Experiment einen Ausfallauf das am rechtseitigen Ufer gelegene Fort, verbunden hätten. Aber sie bliebensorglos in ihren Mauern sitzen, wollten das Haus des Gambelli anfallen, und ihnermorden, weil seine Erfindung keinen Effekt geleistet habe. Erst des andern Tages,als es zu spät war, wurden Antwerpens Bürger von der Wirkung, die sie geleistet,durch einen Boten unterrichtet.

Jetzt liefs man das Ende des Krieges, von einem Antwerper erbaut, ins Was-ser; aber die damit gemachten Versuche, welche im Bombardement eines Forts undaus einer Landung bestanden, waren fruchtlos, und Antwerpen capitulirte am 17tenAugust 1585.

$. 20. Auch die Belagerung von Leyden (1574) durch die Spanier, ist inHinsicht künstlicher Inondationen sehr merkwürdig; ich will sie defswegen anführen.Strada hebt dieselbe in seiner Kriegsgeschichte , von der ich nur, was die Berichti-gung der Localität betrifft, abweichen werde, so-an: „Unter Anführung von Franzvaldes belagerten die Spanier Leyden mit mehr Mulh als Glück. Dieser General,