Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
Seite
253
JPEG-Download
 

255

sen und in dem Flüfschen D-onge eine Verdammung gemacht, ist. Abgezapft bannsie aber werden, sobald das bey noutsen-Athen (les Camps de Iiout) die Redoutenhey stellboven und beym oostenhoutsendamm, in den Händen des Feindes sind.

§. 34. Wenn ehemals die meisten der beschriebenen Inondationen nicht inWirksamkeit gesetzt wurden, weil gewöhnlich, selbst auch im Kriege, von manchenkriegführenden Mächten, ein kleiner Verlust, der für den Landmann und Städter aussolchen ueberschwemmungen entsteht, höher als der Verlust des Landes und derSache, die man mit Blut und Leben vertheidigt, geachtet wird : so blieb dann amEnde, z. B. beym Einrücken der Preufsen, noch die inondation der Gegend um Am-sterdam übrig. Sie wird von der grofsen in Amsterdam auf der Amstel liegendenschleuse, welche diesen Flufs sperrt, bewirkt. Damit diese Inondation in die hinterden Amsteldämmen liegenden Bezirke eintrete, werden die an diesen Dämmen ange-legten kleinen Entwässerungs - Schleusen geöffnet. Dann öffnet man auch die Schleuseauf der Mye (Tab. 40.), welche nicht weif vom Rheine liegt, so wie die Dodesluis(Tab. 42.) und das auf der Gregt liegende Woerder-verlaat, wenn es der stand derinondationen erfordert: denn die Canäle von Ainstelland stehen zuweilen 1 Schuhhöher als die Canäle von Rheinland.

§. 35. Wenn man dip Natur und Beschaffenheit dieser künstlichen Inonda-tionen Hollands mit Aufmerksamkeit betrachtet, so mufs man überzeugt werden : dafsdie ehemalige Republik, wenigstens so lange ein anhaltender Frost, bey dem alle Ge-o wässer gefroren waren, nicht eintrat, bey einer muthvollen Yertheidigung, gegen An-

griffe von der Landseite und bey dem Umstande, dafs die Feinde von den Mitteln,die uns die Wasserbaukunde zur Schwächung dieser inondationen darbietet, entblöfstwaren, indem gewöhnlich die Militär-Ingenieurs in diese Wissenschaft nicht eindrin-gen, unüberwindlich war, wenn sie von ächten Patrioten regirt, und von klugenund ehrlichen Feldherrn vertheidigt wurde. Wird Holland gehörig vertheidigt, undsind seine Gewässer nicht gefroren , so kann man darin nie etwas ansrichten, wennman nicht mit den Einfällen nach Amersfoort und Arnheim oder von Brabant undCleve aus, Landungen zwischen dem Hoek von Holland und Haag, ohnweit Haarlem und Muyden, verbindet; auch an der See - Mündung des Texels eine Landung unter-nimmt, die hier jetzt wegen den daselbst angelegten Forts, die ich bereits in derersten Auflage 1807 vorgeschlagen hatte, und die Vor einigen Jahren angelegt sind *),nicht mehr bewerkstelligt werden kann, sondern südlicher statt finden miifste. ImJahr 17Q4 machten auch die Russen und Engländer eine Landung, die ohne

*) Ich sagte nämlich im dritten Bande der ersten Auflage Seite 252: »Immer bleibt der Helder einäufserst wichtiger militärischer Punct für Holland , und da Küsten - Batterien und kleine Redöu-ten niemals eine hinreichende Det'ension gegen Kriegsschiffe ausmachen, so werden, nach mei-ner Ueherzeugung, südlich dem Dorfe Helder uvey bedeutende Forts und bey Sand und Coolandsog (zurVerhütung des Vordringens eines am Helder gelandeten Feindes) eint militärische Linie , d, Fe«tranchement nothtvendig . _