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derteri fremde war, gediehen ist, haben sich alle cultivirte Nationen bemüht: dauer-hafte und geschmackvolle Brücken aufzuführen. Wer auch nur einigen Sinn fiir dasschöne und Erhabene hat, der mufs einsehen : dafs die aus grofsen Bogen bestehen-den Brücken , von welchem materiale sie auch erbaut seyn mögen , eine Landschaftverschönern, die Fortschritte des Wissens in einem Lande ankündigen ; zugleich dieangenehmsten Gefühle erwecken, indem sie eine Landschaft kühn umwölben, wäh-rend darüber die schwersten Lastwägen sich hintereinander sicher fortbewegen , un-ter den Bögen aber die Schilfe ihre Fahrt verfolgen , und der Strom ungehindert ab-fliefst, ohne eine für die tiferlandc verderbliche, von engen Bögen und Jochbrückengewöhnlich bewirkte Anschwellung zu verursachen.
2. Weder die Griechen noch Römer haben Tins grofse und breite, ausflachen und gedruckten Bögen bestehende, mit schmalen Pfeilern versehene und ge-schmackvolle , aber zugleich kühne Brücken , hinterlassen. Nur diejenigen Personen,welche blindlings das Alle bewundern, den Producten unserer zeit — sey es aus Neid ,Mangel an Patriotismus und Einsicht, oder aus Stolz , den neuen und besonders denvon lebenden Ingenieurs aufgeführten Bauwerken, nicht Gerechtigkeit widerfahren las-lassen, werden die von den Römern erbauten Brücken , über die im vorigen und indiesem Jahrhundert aufgeführten, erheben. Ich sage dies nicht, um dadurch demSinn der Alten, für das Grofse und Nützliche, Eintracht zu thun: denn lange Brückenund hohe Aqueduete haben die Römer aufgeführt, aber wie gesagt, nicht kühn ge-wölbte noch grofse Bogen, und keine ihrer Brücken ist mit jenen von mantes ,Neuilli oder Orleans zu vergleichen ! Aus Kreisstücken bestehende kleine römischeBrücken treffen wir in Vicenza bey Rimini : prächtige römische, aber nicht aus kühngewölbten und grofsen Bogen bestehende Aqueduete, stehen ohnweit Nismes und Lys-sabon (Tab. 1 32.); besonders ist der letzte Aqueduct seiner Hohe und der schmalenPfeiler wegen, die sich zu der Bogenöffnung wie l : 6 verhält, merkwürdig. DiesesVerhältnifs findet auch bey dein von den Gothen ohnweit Spoletto aufgeführten.Aqueduct statt. Indem diese Werke also bey ihrer aufserordentlichen Hohe dünnePfeiler haben , würden sie zu den kühnsten Gewölben gehören, wenn sie nicht aus.gothisehen Bogen, deren Seitendruck geringe ist, beständen, und dann sind sie nichtfür das Fuhrwesen bestimmt. So hat z. B. die Brücke in Rom von Aelius, das istdie Engelsbrücke (Tab. 125.) drey Bögen, jeden aber nur von 5Ö schuh ; die vomFerrato einen Bogen von 72 sehuh , und die von Fabrieius oder Qu atro - Capi zweyBögen, jeden von 78 Sehuh oeffnung, und diese Brücken sind blos nach eine rixHalbkreise construirt. Die gröfste Brücke des Alterthums war die von Terni überdie Nera, ihre Bogen bestanden gleichwohl nur aus-Halbkreisen. Grofs war auch,die dem Kaiser Trajanus zugeschriebene bey salamanea über die Torme aus 26 Bo-gen bestandene Brücke, wovon nur die Ruinen stehen , und jeder Bogen soll eineWeite von 72 sehuh. gehabt haben., Auch von der ersten sind nur noch Reste vor-