Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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handen, und wer bürgt uns für die Aechtheit der Angaben von diesen Werken desAlterthums , die öfter übertrieben sind, wie die von der Brücke Trajans über dieD,onau beweisen! Kurz das Alterthum hat nicht grofse flache oder gedruckte Brü-ckenbögen aufzuweisen , deren Ausführung so kunstreich ist. Freylich hatten wederdie Griechen noch Römer in der Nähe ihrer Hauptstädte, wo sie die grofsen Werkeder Baukunst aufführten, bedeutende und reissende Flüsse, noch war bey ihnen dieangewandte Mathematik und die xheorie der mechanischen Wissenschaften so wiebey uns cultivirt. Kein Wunder daher ! wenn sie grofse flache Bögen aufzufühiennicht bemüht waren.

Was uns Dion und seine Nachbeter von der unter rrajan in Pannonien oderDacien, über die Donau ohnweit ixicopolis , erbaueten steinernen Brücke erzählen,ist fabelhaft; nach ihm soll diese Brücke zwanzig aus Werkstücken aufgeführteGo Fufs dicke und 150 Fufs hohe Pfeiler, und 170 Fufs weite Bögen gehabt haben.Sie bestand aber nur, ausser den massiven Pfeilern , aus einem bogenförmigen zim-merwerk ; so ist sie nämlich in den um die säule von Trajan zu Rom gehendenBasreliefs dargestellt. Wenn man nach dieser Abbildung die Verhältnisse der ein-zelnen Theile betrachtet, so ist es klar, dafs ihre Pfeiler höchstens zehn Fufs dickgewesen seyn müssen, auch zeigen ihre unbedeutenden in der Donau vorfindlichenReste, dafs sie nicht so grofse Bögen (von 170 Schuh) tragen konnten. (MontfauconTome 4. pag. 18Ö ) Die drey in einem Abstande übereinander bey den Pfeilernsich an einem hölzernen schräg stehenden Ständer stützenden, in drey Hängesäuleneingelassenen, und nach einem Bogen geformten Balken, konnten nicht aus gekrümm-ten Holze zusammen gesetzt seyn, weil die Höhe des Bogens , im Verhältnis seinerWeite, so grofs ist, dafs es unmöglich war, die Holzer so stark zu krümmen; die Bo-genhöhe verhält sich nämlich zur oeffnung des Bogens, wie 1 zu 5. Nach meinerErfahrung kann dieses Verhältnifs, selbst bey Nadelhölzern, nicht das von l : 8 über-steigen , wenn nicht die Holzer, während dem Kriimmungs - Manövre brechen sollen.Ferner bestehen, nach diesem Basrelief, die Stütztheile einer oeffnung, an jeder Seite,nur aus drey Ständern, so , dafs man darin nicht grofse hölzerne Bögen einspannenkann , die, ohne in dem Basrelief nicht verzeichneten schwellen, in der lothrechtenEbene gar nicht zu halten sind. Auch ist diese Construction so leicht und so wenigdauerhaft, dafs grofse Pfeiler mit ihr im Widerspruch stehen, daher mochte es demKaiser Hadrian , Trajans Nachfolger, leicht seyn, die Bögen abzunehmen , welchesgeschah, um den Uebergang der Feinde über die Donau zu verhindern. Ich glaubedaher, dafs man in jedem Pfeilerfelde drey zusammen geschiftete krumm gehaueneHölzer, in der Mitte, mit der in dem Basrelief angegebenen Hängesäule verband.Hätte Gauthey, bey Abfassung seines xraite de la Construction des ponts I 8 O 9 , dieBasreliefs der trajanischen särle, worauf die siege Trajans über die Dazier abge-bildet sind, -gesehen , so würde er die ungeheure steinerne Brücke in seinem Werkem. Band. 33