Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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durch die darin gelieferte Umrisse für die Brücke Trajans nicht ausgegeben haben idiefs ist ihm um so weniger zu verzeihen, da er nach seinem Geständnifs, schramms-Schauplatz der merkwürdigsten Brücken benutzte , worin diese Brücke (nach diesemBasrelief) richtig in Kupfer dargestellt ist. Rondelet hat in seinem Traite the'oreti-que et practique de l’art de batir Tom. IV. pag. 307. diese Brücke ziemlich so ge-geben, wie sie Piranesi in der Abzeichnung der Basreliefs darstellt, und ich hatte zu-vor im Traite contenant une partie essentielle de la Science de construire les pontsetc. pag. 2. den von Dion, über das Colossale dieser Brücke verbreiteten Irthum auf-gedeckt, nachdem ich die von Piranese herausgegebene Basreliefs durchgesehen, umdie Brücke von Trajan daraus kennen zu lernen.

Wir werden also überzeugt, dafs das Alterthum keine Brücke von der GrÖfse,wie unsere Zeit, aufzuweisen habe. Dennoch sind die Engelsbrücke, die von Ferrato,und besonders die von Fabricius oder Quatro Capi (t. 125.) in Rom , ihrer Stärkewegen, merkwürdig; die letztere, so wie die von den Römern zu Cremera (t. 129*)erbaute Brücke ist es auch in Hinsicht der aus verkehrten Bögen bestehenden Fun-damente.

$. 3. Auch die oeffnungen in den Pfeilern (Brückenaugen),.um dadurch denHochgewässern einen Abflufs zu geben, oder den Druck, d. i. die Last der Gewölb-schenkel auf die Pfeiler, zu vermindern, ist vielleicht eine Erfindung der Römer,wie dieses die obige Brücke, und die von Ferrato beweisen; späterhin hat man siebey der Brücke von St. Esprit 1285 , und von Toulouse 1543 angewendet; auch dieBrücke von Weimar und mehrere Brücken (Tab. 129 .) haben solche oeffnungen inihren Pfeilern. In China bringt man diese Oeffnungen gleichfalls an, wie die Brückevon Fouyang-heem (t. 130.) zeigt. Die Brücke von Janiculus, wie sie auf Münzenabgebildet ist, hatte mit dieser chinesischen Brücke viel ähnliches.

$. 4 . Die sogenannten Kuhhörner (cornes de vaches ou vousures) oder Aus-schnitte an den Seiten der Stirnbögen treffen wir bey den Brücken von Pont-Neuf ,von Neuili, Gignac, und an noch einigen neuern, aber an keiner aus dem Alterthuman; ich habe sie bey der Münchener im Bau begriffenen, so wie bey dem Entwürfezu der hey Ulm vorgeschlagenen Brücke (t. 130.) angewendet! Sie geben den Bögenein leichtes Aussehen, und lassen die Eisschollen, so wie das Treibholz und den Stromfreyer abfliefsen, als die mit scharfen Kanten versehenen Bogen. Anfänglich construirteman also die Brückenbögen aus Halbkreisen und aus kleinen Kreisstücken; im drey-zehnten Jahrhundert wurden die Bögen der zwey gröfsten Brücken, aus grofsen Kreis-stücken gebildet, nämlich der Brücke von Guillottiere und von St. Esprit (t. 12Q.);späterhin und früher wendete man auch gothische Bogen, wie bey der gedecktenBrücke zu Pavia (Tab. 12Q.) geschehen ist, an.

Die der Ellypse ähnlichen Korbbögen wurden zuerst in Italien , und zwar beyder Brücke st. irinita zu Florenz i. J. 1251 ausgeführt; in Frankreich sind dieselben