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§. 7. Die Haupterfordernisse oder Eigenschaften einer grofsen Brüche beste-hen nun darin: l) dafs die dabey angewendete Construction die geringste Körper-masse (bey Anwendung sonst gleicher Arten von Materialien) erfordere , und 2) diegröfsten Bogenöffnungen , deren man sich bedient, zulasse; *) 3) dafs die Brücke
dem Strome und den Eismassen die möglichst geringsten Angriffsflächen entgegen setze,folglich grofse Bögen und kleine Pfeiler habe; 4) der Schiff - und Flofsfahrt kein
Hindernifs und von langer Dauer sey; 5) den Strom und Eisgang so wie das Treib-holz frey durchlasse , folglich ihre Joche oder Pfeiler in der Richtung des Stromstri-ches stehen müssen; **') 6) dafs sie die Landschaft verschönere ; 7) eine bequeme
Auffahrt und eine hinreichende Breite habe, und 8) einer verständigen, den aus derAnlage öffentlicher Werke entspringenden Ruhm liebenden Regierung nicht unwürdigsey. Man sollte daher, selbst den hölzernen Brücken, weite oeffnungen, wo es aberseyn kann, steinerne Pfeiler, anstatt der hölzernen Joche, geben, und stets die Regelnder Wissenschaft mit dem Aestetischen verbinden.
Die Breite der Brücken richtet sich nach der Frequenz des Fuhrwerkes, sowie nach der dieselbe täglich passirenden Volksmenge, die Brücken sollten selten odernie schmäler als 22 Fufs, und nicht breiter als 42 Fufs gemacht werden, weil sieim ersten Fall zum bequemen Ausweichen nicht breit genug, und im zweyten unnö-thig kostbar werden. Die Auffahrt nach der Brücke sollte nie mehr als zwey Zoll,der Brückenweg nur einen zoll auf die Klafter steigen, und die erstere sollte bequemeWendungen oder Plätze nach den verschiedenen Gassen und Landstrafsen, nach wel-chen sie führten, darbieten; aber die Trottoirs sollten horizontal seyn, und defswegenam Ende stuffen erhalten. Oefters ist man genöthigt, mit dem Stande der Brückeganz von dem ehemaligen abzuweichen, um die Umgebungen zu verschönern, dieBrücke perpendikulär auf die Richtung des Stromes zu stellen, um bequeme Auffahr-ten und Zugänge zu erhalten, wie Perronet bey allen seinen Brücken, und ich selbstgethan. Zuweilen bricht man neue strafsen zu diesen Behuf durch, wie bey den
*■) Die Grüfte der gesammten zwischen den Jochen oder Pfeilern stehenden Oeffnungen Werde nachdem Mittel einiger zwischen parallelen und die höchsten Wasserstände übersteigenden Ufer, daselbst,wo der Fiufs ein hinreichend tiefes Fahrwasser hat, und in seinem Bette weder Inseln noch Sand-bänke liegen, genommenen Querschnitten bestimmt, L B. S. 214-, und für die Aufstauung an denPfeilern und Jochen ipag der Oeffnungen hinzugerechnet werden, oder diese Weite werde zwi-schen den Umgebungen der Pfeiler oder auch den bemerkten Puncten des Bogens angenommen.
In der Regel sollten also die Anfänge der Bögen, dem höchsten Wasserstande gleich liegen;aber diese Hegel ist nur selten, selbst bey flachen Bögen, erreichbar; da wir bey bereits vor-handenen Städten und Ortschaften Brücken anlegen müssen ; es ist nämlich die Lage der Gebäudeund Gassen gewöhnlich zu niedrig. Der Fahrtweg der Jochbrüchen sollte indefs immer 3 Fufsüber den höchsten Wasserstand liegen, und die Anfänge der Bögen sollten niemals höher, alsl/3 von der Bogeuhöhe bespühlt werden , weil sie sonst die Stromsection zu sehr beschränken,und eine nachtheilige Aufstauung oder eine Inondation des Stromes und der Eismassen bewirken,oder auch für die Schifffahrt gefährlich sind.