Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Insolenz gegen das ürtheil achter Kenner, den Beweis überliefern, auf den Rath mifc-tehnäfeiger Baumeister und schlechter Werkleute, dos Geld hergeben, und jährlichso einen bedeutenden Aufwand -vergeudend Es ist auch ein sicheres Kennzeichen vonder Auflösung des Gemeingeistes, wenn eine Nation, an der Aufführung grofser, schönerund nützlicher Werke kein lebendiges Interesse nimmt. Die Griechen und Römergeben vom Gegensätze den schönsten Beweis: denn zur zeit ihres höchsten Flors ha-ben sie die herrlichsten werke der Baukunst aufgeführt; besonders erkannten die

letztem den Nutzen der Brückrn. Ja! wenn beyde Nationen grofse Flüsse in der

Nähe ihrer Hauptstädte gehabt hätten, so würden sie auch kühne und grofse steinerneBrücken aufgeführt haben! Die Römer achteten übrigens die Erhaltung der ihrigenso hoch, dafs sie ihren oberpriester zugleich zum Aufseher über die in Rom stehendeBrücke sublicius, ernannten, und ihm den Titel Pontifex maximus gaben ; diese stellezu übernehmen, schätzten sich die Kaiser zur Ehre! Selbst zur zeit der gröfstenRevolutionsstürme erbauten die Römer ihre gröfste und schönste Brücke (Tab. 125.),und benannten sie nach dem Baumeister, pons pabricius. Der erste Pontifex in «om,Marius , wurde von Numa Pompilius ernannt; nachher wurden noch dreye erwählt;

454 vor ehr. Geb. viere, und später fünfzehn Pontifices ernannt, die wohl auch zu

dieser zeit zugleich Priester waren. Der Wege- und Brückenbau war, unter August,den Censoren und curatoren der Wege anvertrauet. Schon die Griechen hatten Vor-steher der Gewässer, welche servius , ad Aeneid. xii. Pontifices aquarum nennt.

Auch für die Mittel zur Erbauung grofser Brücken, haben die Völker gesorgtund selbst die Religion wurde dazu benutzt. Bey den Römern wurden sie vomöffentlichen Schatze angelegt,, und die reichen Bürger Roms übernahmen freywilligeinen Theil der Kosten; so hat der Gensor Aemilius scaurus die Brücke milvius oderponte - Molle ohnweit Rom aus seinem vermögen erbaut. Theodosius setzte zumBrückenbau eine allgemeine alle Grundeigner treffende Auflage fest; zu mehrern Brü-cken z. B. zu denen von Torgau, Avignon, Guillotliere zu Lyon, und zu Dresden wurden päbstliche Ablafsbriefe ertheilt, und die Gläubigen kauften gerne Ablässe,,deren Erträgnisse zu so nützlichen zwecken verwendet wurden. Zu andern Brückentrugen die Regenten die Kosten: Karl iv. liefe zur Prager Brücke 180,000 Thaler(nach dem jetzigen rreise der Materialien und dem Werthe des Geldes 1 ,J Million)auszahlen, wofür sie bey seinem 1378 erfolgten Tode bey weitem nicht vollendetwar. Bey den meisten Brücken wurde die Erhebung eines Brückengeldes, welcheseben so gerecht als billig ist, und eine Auflage auf den Wein, woraus die Pont neuf zu Paris oder eine Auflage auf das Bier *), wofür viele Brücken in ßaiern erbautsind, eingeführt. Nachdem die 1155 unter dein Herzoge von Baiern Heinrich x.angefangene Brücke der Stadt k egensbupg binnen eilf Jahren vollendet war , wurdefür alle darüber gehende Waaren und für das Zugvieh eine Abgabe erhoben.

') Mau erhob erneu Pienning auf das Maafs Bier, und nannte die Auflage Bierpfenning ,