Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
Seite
280
JPEG-Download
 

280

Man sollte daher, auf beyden Seiten der Deckhölzer, ein zur untern Hälfte einge-schnittenes Holz T (Fig. xi. Tab. 122.) legen, so dafs zwischen swey solchen auf dieStrafsenträger befestigten Seitenhölzer (Fufsbäume) die Deckhölzer genau eingeschlos-sen sind. Man kann auch längs den Fufsbäumen, auf die Deckhölzer, eine dünneLatte nageln, und diese Holzer an diese Bäume blos anstofsen lassen. Ueber einensolchen Fufsbaum und gegen die Geländer angebrachte Klötze f kann ein aus Bret-tern gelegtes Trottoir a gebildet werden, so dafs also die Länge der Deckhölzer nur12 bis 24 zoll die Breite des Fahrweges übertreffen darf. In der Nähe der Städteund Ortschaften sollte man stets vier bis sechs Schuh breite Trottoirs anbringen unddie Breite der Jochbrücken zu 24 bis 30 Schuh machen. Alles dieses habe ich inBaiern durch erlassene Generalien vorgeschrieben und auszuführen gesucht.

§. 28- Ich erwähne nichts von dem Geländer, weil dieses ganz einfach seynkann, aber die wichtigste Bestimmung, nämlich die Entfernung der Joche darf nichtübergangen werden. Ich will daher erst in dieser Hinsicht wirklich angelegte Brü-cken anführen, woraus sich die Bemerkung ergiebt, dafs der Bau und die Construc-tion der hölzernen Brücken bisher nach schwankenden Ansichten , ohne dabey festeMaximen aufzustellen, geführt worden ist. Man versäumte gänzlich die Tragbarkeitder verschiedenen Holzgattungen zu untersuchen , und gieng öfters mit einer unnö-thigen Furcht oder mit Unbedachtsamkeit, welche allemahl aus Mangel einer anwend-baren Theorie und einer verständigen Erfahrung entstehn, zu Werke; ja man er-bauete schwere Hängwerke oder Sprengwerke, wo blofse Jochbrücken , wegen dengeringen Jochweiten, hinlänglich stark gewesen wären. Wir wollen diefs an meh-rern Beyspielen zu zeigen suchen.

Bey der Donaubrücke zu rassau hat jeder der zwölf Jochfelder eine Weitevon 58 bis ÖO Schuh. Das Joch besteht nur aus vier, zwey bis sechszehnzölligenlothrecht schlecht eingerammten pfählen, und zwey bis vier schrägpfählen, die bey-nahe an die zwey letztem vertikal stehenden, anstofsen. Die pfähle stehen nur sechsbis 8 Fufs in dem Boden, und sind mit einer 14 bis l6 zoll hohen Kronschwellegedeckt. An jedem Joche ist blos eine Kreuz verbin düng angebracht, wie wir beyder Gerüstbrücke Tab. IOC}, sehen. Ueber jedes Jochfeld liegen sechs in der Mitte15 zoll dicke aus Fichtenholz bestehende runde strafsenträger, und die Geländersind von alten Rundbäumen, die auf stützen liegen, gebildet. Diese i8 schuh breitepassauer Donaubrücke bewegt sich zwar sehr, selbst bey dem Tritt vieler Fufsgän-ger, aber dennoch halten die unter der Brückendecke gelegten Strafsenträger, alledarübergehenden Lasten vollkommen aus; aber den Eisgängen hat diese Brücke nie-mals widerstanden, so, dafs sie unzählige Mahl von Neuem erbaut worden ist. Da diepfähle in den Felsgrund nicht tiefer als 18" cindringen können, so habe ich vorgeschla-gen, hier eine Bogenbrücke zu erbauen, aber die unglückliche Idee, welche die Befesti-gungen bey rassau hervorbrachte, hat diesen Entwurf unausführbar gemacht. Man

l