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Zweitens: Von den bey Brucken angebrachten sprengwerken, und von den
nängwerken.
§. 31 . Ein sprengwerk unterstützt das Gebäude vermittelst Streben von untenauf, oder seine Hauptträger haben in der Mitte eine Erhöhung, und diese strebennennt man sprengstreben; die nach diesen Methoden erbaueten Brücken aber im All-gemeinen gesprengte Brücken. Stützen sich die zwey gegenüberstehenden streben a boben an .einen unter dem strafsenträger c d liegenden «alben e f , so» heifst dieser derspannriegel. Je kleiner der Winkel x ist, desto gröfser ist die Tragkraft der© strebe a e.
Gewöhnlich hat man bey den Sprengwerken eine Holzverschwendung ange-bracht, ohne die Tragkraft der Brücken zu verstärken. So hatte z. E, die ehemaligeBogenhauser Brücke bey München , Jochweiten von 48 Schuh , und dennoch Spreng-streben, deren fünf von jedem röche ab, nach beyden seiten bis zu einer unterdie Strafsenträger, recbtwinkelig mit denselben, liegenden Tragsehwelle giengen, unddiese zwey Tiagsehwellen eines jeden jochfeldes waren, mittelst schrauben, an dreystrafsenträger befestigt. Weit zweckmäfsiger würde es gewesen seyn, wenn man nurdie zwey Tragsehwellen angebracht, wie ich dies bey der Passauer Donau -Brückegezeigt habe, und die sprengstreben weggelassen hätte, Bey dieser Bogenhauser Isar-brücke, an deren Stelle ich vor zwey Jahren eine aus drey BÖgen von 124 schuh oeffnung bestehende Bogenbrücke erbauet habe, bildete jedes roch und jocbfeld, ver-mittelst den erwähnten sprengstreben, eine Art von Bock, daher solehe Brücken auchBockbrücken heifsen. Aehnlieh dieser ist die zwischen Lechhausen und Augsburg ste-hende Brücke, wie auch die zwischen Augsburg und Friedberg gestandenen und vonmir zur dortigen Bogenbrücke als Gerüste gebrauchten (Tab. 110. Fig. 12.) röche eon-struirt *). Wiewohl die joche der Leehhauser - Brücke auf 35 Fufs Abstand stehen,so hat man dennoch eine solche dem Hochgewässer ausgesetzte Bauart gewählt!
$. 32* Ein Hängewerk ist diejenige Zimmerverbindung, bey welcher auf demHaupt - oder spannträger ab (Fig. b. Tab, 13 3.) den man an jeder Seite einer Brückeanbringt, um darauf Tragsehwellen c, c zu legen, auf welchem nun die strafsenträ-ger dd ruhen, und die die isängesaulen f g und Jii lothrecht stellt, welche mitdem spannriegel fh in ihrer Stellung auseinander, mit den spann-oder stutzstrebenaf und b h in ihrer Richtung'gehalten werden. Die Last oder der Druck wird alsoauf die Puncte a und b vertheilt. So lange demnach die streben af und b h nichtweichen,, können sich die Hängesäulen, welche den Spannträger in seiner Lage hal-
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*) tn dieser Figur sind jedoch die Sprengstrehen nicht angedeutet, weil ich sie wegen der zumGerüste erforderlichen Erniedrigung der Joche hatte wegnehmen lassen. Diese Brüche hatte eilfJoche , welche 38 Schuh entfernt standen. Die Sprengstreben waren also gegen eine Jochgur-tung angestemmt und gegen eine unter den Strafsenträger liegende Tragsclrwellc gestutit.