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Alsdann werden aber die Bängesäulen, bey grofsen oeffmmgen, sehr Iioeh und ihrAbweichen von dem verticalen Stande bewirkt; folglich mufs man eine Bedachunganbringen, um mit derselben, die beyderseitigen Hängewerke, zu verbinden. DieseBedachungen verursachen aber nicht nur bedeutende Ausgaben, sondern bey derPassage über die Brücken, während der Schlittenbahn, grofse Nachtheile •, überdiefsgeben sie einen Zufluchtsort für Raubgesindel ab, weil die Brücke dadurch kein,oder wenig Lieht hat.
Wer sich min mit den bisherigen zwecklosen Constructionen bekannt machenwill, der findet darüber in der bey Hechel in Basel heransgekommenen Beschreibungder drey merkwürdigsten Brücken in der Schweiz ; in Schüblers zimmermannsbau-kunst, und in Kraffts : Plans Coupes et elevations de diverses productions de l’artde la charpente, so wie in vielen andern Schriften Aufschlufs. Nach meiner Ueber-zeugung wünsche ich, dafs man solche Bedachungen gänzlich aus der Brückenbaukundeverbanne, weil man sie, wie ich bey der Landsberger Brücke (Tab. 106 .) gethan ,mit einer einfachen Construction oder mit den bogenförmigen Hängewerken gänzlichvermeiden kann, im Pall der niedrigen Brückenbahn wegen, nicht solche den. Brücken-weg tragenden Bogen, deren Construction im nächsten capitel gelehrt wird, anwend-bar sind. Alle die mit einem Dachstuhl verbundenen und hohe Hängesäulcn haben-den Hängewerks - Brücken, die ich in der Schweiz und Deutschland zu sehen Gele-genheit hatte, sind auch von ihrem ursprünglich verticalen Stande abgewichen. Diefsist leicht zu erklären, wenn man erwägt i dafs der herrschende Wind auf der einenSeite des Gebäudes stärker anstöfst, als auf der andern, und dafs die sonne das Holzeiner Wand der Brücke mehr, als das der gegenüberstehenden austrocknet. DieseNachtheile solcher bisher angewandten constructionen haben mich bewogen, sie nichtzu beschreiben.
$. 38. Nach meiner Erfahrung müssen bey Jochfeldern von 80 Schuh undgröfserer Weite die Hängesäulen (Fig. 1. Tab. 10 6 .) auf 10 bis 14 schuh Abstand ge-stellt, der Hauptträger aber mit Sprengstreben unterstützt werden, um von m und oab die spannstreben des Hängewerkes fortlaufen zu lassen. Diese Spannstreben ver-vielfache man je nach der Anzahl der Hängesäulen !
Damit nun alle solche Säulen einen festen stand erlangen, und die Stabilitätdes Brückenkörpers entsteht, so ziehe man zwischen je zwey oder vier Schwellenfel-dern , zwey Windruthen w w (Fig. 5. und 6.) ein, die ihre Benennung defswegen er-halten haben, weil sie dem Gebäude einen grofsen widerstand gegen die Wirkungdes Windes geben. Bey grofsen Oeffnungen bringe man, wie bey der Landsberger Brücke, zwey paar Windruthen übereinander. Ueberspannt das Hängewerk eine grö-ßere oeffnung als ÖO Schuh, so mufs die Mitte s des Hauptträgers ge Fig. I., inder Mitte, über die Horizontallinie steigen, d. i. gesprengt werden, und zwar beyÖ0 Fufs oeffnung 6 zoll, bey 70 Fufs Q Zoll, bey 80 Fufs 18 Zoll, und dann bey
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