Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
Seite
294
JPEG-Download
 

grund gründen , und wenigstens bey ihrem Bau eine bedeutende Summe verwenden ,dadurch aber dessen Ausführung verzögern müssen, welches wegen seiner Dringen-heit nicht thunlich war* Gewöhnliche pfahljoche, wie sie bisher bekannt waren,würden eine hinreichende Stabilität nicht dargeboten-, daneben eine solche Schwin-gung in einem Bauwerke, von so grofsen oeffnungen, zugelassen haben: so dafs ichbefürchten mufste, es würde mit grofsen Lastwägen-nicht befahren werden können.Um diese-Oscillation zu Verbindern, mufste ich also auf ein unfehlbares Mittel den-ken, das heifst, die Schwingung der joche gänzlich vermeiden. Bey dem Entwurfhierüber war ich vorzüglich darauf bedacht, dafs keiner der einzelnen jochpfählesich schwingen oder fibriren konnte, also auch der jochkörper eine vollkommeneStabilität erhielt. Dessen Schwingung würde sich ohne Zweifel den Hängewerkenselbst mitgetheilt haben. Zwey Traggurten h h (Fig. 5.) wurden also um die neunJochpfähle, mittelst vier einen Zoll starken eisernen schrauben , befestigt, und aufdrey eiserne Einge iii, gelegt. Jetzt ward an beydea Seiten dieser pfähle eine vierZoll dicke plankenwand mit eisernen solzen angenagelt und der Zwischenraum mit Riesel 9mauerschutt, Gement und frisch gelöschten Kalk, bis zur Kronschwelle c c, gefüllt.Auf diese weise machte das Joch nur einen einzigen Körper aus , der nicht mehroscilliren konnte.

§. 45. Nachdem ich zwey wesentliche, das oscilliren dieser Brücke (die un.ter allen mir bekannten Brücken die gröfsten oeffnungen bey Hängewerken, ohneBedachungen, erhalten hat) verhindernde Eigenschaften erwähnt habe: nämlich dieEinschliefsung in die Widerlager , und die Füllung der Joche, so will ich noch diedritte Vorrichtung (zu diesem zweck), anzeigen. Wenn man hölzerne Brücken mitOeffnungen, die gröfser als fünf und sechszig schuh sind, erbaut, so ist die Einzie-hung der windruthen w w (Fig. 5. und ?•) wenigstens in den den Widerlagern näch-sten Schwellenfeldern, selbst bey Bogenbrücken , nothwendig; es sey denn, dafs man,nach meiner Erfindung, via gonal - Rippen anbringt. Die bey dieser Brücke ange-brachten sich kreutzenden Windruthen und streben (f. 3.) vermehren die Spannungdes Werks so wie seiner einzelnen Theile, und tragen zu seinem festen Stande, in derfür sie angenommenen lothrechten Ebene, bey. Sie verhindern die Verschiebungaller Theile und sichern demnach die ■ariickenhängwerke gegen die Wirkung des Windes.Hängewerke können daher der windruthen gar nicht entbehren 1 In der Mitte derBrückenöffnung habe ich, zur Vermehrung der Stabilität oder Spannung, in zweyenFeldern, noch eine zweyte Lage von windruthen oder Kreutzstreben t t (Fig. in.VI. und VII.) angebracht, und dieselben an vertical stehenden Spannklötzen ff an-treiben lassen; Klötze , welche in die schwellen eingelassen sind, damit sie stets ihrenverticalen stand behalten. Da , wo sich diese stieben kreutzen , sind sie zusammengeschiftet, und mittelst einer schraube, mit dem mittlern strafsenträger yy ver-bunden.