Die vierte, zur Stabilität 4er Brücke abzweckende Vorrichtung, besteht darin:dafs die an den Jochen angebrachten Traggurten h h (F. 5 .) auf drey eiserne in dieJochpfahle einen Zoll tief eingelassene Ringe, welche 150 rfund wiegen, ruhn, unddann erst vermittelst den vier Schrauben i zusammen gezogen wurden. Auf dieseWeise war ihre Senkung oder das sinken der zwey an die Joche anstossenden Stütz-säulen p (f. I.) unmöglich.
$. 46 . Die Breite dieser Brücke hat sonderbare Urtheile veranlafst. Da dieSeitenwände oder Hängewerke sechs .schuh über die erste Belegung der Brücke her-vorstehen mufsten, weil die Hängesäulen nicht kürzer gemacht werden konnten, umden streben des Hängewerks nicht eine zu schiefe Lage zu geben, wobey sie anStützkraft verloren hätten, es täuschte die perspective, zwischen diesen 400Schuh langen und 6 Schuh hohen Wänden, das ungeübte Auge dergestalt, dafs Einige,bereitwillig genug, um solche Werke zu tadeln, behaupteten: es könnten sich zweybeladene wägen auf dieser Brücke nicht ausweichen. Dieses Urtheil circulirte höchstsonderbar zu einer zeit, wo täglich viele beladene und selbst die gröfsten Fracht-wägen sich auf dieser Brücke, deren innere Weite, zwischen den Wänden, achtzehnschuh sieben Zoll beträgt, und alle alten Brücken in Baiern an Weite übertrifft, be-quem auswichen. Indessen habe ich mir nicht versagen können, dies recht anschau-lich in der 5ten Figur darstellen zu lassen.
Wer über die Anwendung von Hängewerken beym Brückenbau nachgedachtund Erfahrung hat, der wird überzeugt seyn, dafs die beyden gegenüber stehendenHängesäulen und Hängewerke , wenn Sie nicht vermittelst der monströsen und kost-spieligen Bedaehuug — gespannt werden — nicht über vier und zwanzig Fufs aus-einander stehen dürfen, um ihren lothrechten stand zu behalten. Selbst die bedach-ten Hängewerke der ehemaligen schafhauser - und der wettinger-Brücke waren nurIQ -f bis 22 schuh breit. In so fern ich nun für die Fassage bey Landsberg dieangegebene Weite hinreichend fand, so rieth die Vorsicht, der Brücke, mit Einschlufsder Hängewerke, die Breite von drey und zwanzig schuh zu geben, weil sie eineBedachung entbehrt. Denjenigen Personen , welche sich hierüber hätten unterrichtenwollen , würde ich bereitwillig Aufschlufs gegeben haben ; aber gewöhnlich hört manlieber hämische Tadler, als Erbauer eines Werkes! Sie hätten sich also überzeugenkönnen, dafs ich diesen von einer Bedachung freyen Hängwerken absichtlich keinengröfsern Abstand geben wollte !
47. Die Hängesäulen 5. 5. (f. 1.) wurden von Mittel zu Mittel auf sechs-zehn Fufs, also auf 15 Fufs Abstand, mit einer setzwage, deren Basis fünf Fufs mafs,genau lotbrecht gestellt: auf welche Stellung, so wie auf die horizontale Lage derverbindungs - Schwellen r, die gröfste Sorgfalt verwendet werden mufs, um die sei-tenausbiegung zu verhindern.