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Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Wie die Windruthen eingezogen sind, zeigt Fig. 16 ., und wie die Bogen andie Joche und die slützsäulen sich anstemmen, giebt Fig. 17. so deutlich an, dafseine weitere Erklärung davon überflüssig ist.

$. 55. Auf diese Weise wird man ein leichtes, wenig Holz kostendes bogen-förmiges Hängewerk anwenden können , welches weniger kostet, als die gewöhnlichenund gebrechlichen Pfahl - oder Jochbrücken ; denn erstens kommen dabey mehreresirafsenträger und die alle sechs Jahre zu erneuernde Einziehung derselben in Er-sparung, und dann immer die Hälfte der joche, so, dafs diese Construction daselbsteingeführt zu werden verdient, wo man der niedrigen Ufer wegen, nicht Bogenbrü-cken erbauen kann. Ich wollte sie vor einigen jahren mit einiger Veränderung zumDach eines von mir für München entworfenen Theaters anwenden , und jetzt ist dieoben beschriebene Construction, bey einigen Brücken in Baiern mit gutem ErfolgeinAusübung gebracht. Man kann sie z. B. bey den über den Inn , jetzt bey der StadtKraiburg stehenden Brücke, sehen, und nach meinem Entwürfe soll sie bey den Brü-cken zu Bain über den Lech, zu pasaau über die Donau, und zu Schärding über denInn angewendet werden. Auch werde ich mehrere Brücken nach ihr zu erbauen genö-thigt seyn , weil die reissenden Flüsse Baierns, die Jochbrücken zerstören, die niedrigeLage der Chausseen und der hohe Wasserstand aber nicht überall Bogenbrücken zulassen.

$. 5Ö. Auf gröfsere oeffntingen als 110 Fufs sollte indessen diese Construc-tion nicht angewendet werden, weil sie sonst zu hohe Stützsäulen, und einen zu ho-hen Tragbogen erhält, daher ein schwerfälliges Ansehn darbietet. In der That wer-den auch solche Brücken, denen man 110 Fufs oeffnung giebt, in den meisten Fäl-len, dem Strome und Eisgänge (bey den gröfsten Flüssen) eine hinreichende Weitedarbieten, wenn man ihnen einige joche oder Pfeiler giebt.

Alan sollte übrigens, wo die steine in der Nähe sind , auch bey dieser Con-struction steinerne Pfeiler , statt der hölzernen joche errichten.

§. 57. Ich mufs hier noch eines HÜlfsmittels, bey der Ausführung des Trag-bogens, erwähnen, das alsdann eine Anwendung findet, wenn die denselben forrni-renden Balken nicht so stark gekrümmt werden können, dafs sie dem Bogen die er-forderliche Hohe gehen. In diesem Falle wähle man 2 bis 3" dicke Planken, undleime dieselben aufeinander, wie ich bey der über die Alz bey Altenmarkt in Baiern aus einem Bogen von 148 schuh weite bestehenden Brücke gethan habe ; ich werdediese Methode bey der Beschreibung der Alzbriicke zeigen.

§. 58- Einige haben vorgeschlagen, solche Bogen aus einem zoll dicke Bret-ter, oder auch aus stärkere bestehen zu lassen, diese Bretter aber auf die hohe Kantezu stellen, also nach der Construction der Bohlendächer, die Einrichtung zu machen,oder auch diese zu den sprengwerken, bey Brücken anzuwenden. Dabey ist jedochzu erwägen: dafs man a) die so gestellten Dielen oder Bohlen nicht krumm biegenkann, folglich viel Holz weggehauen wird, die Fasern des Holzes durchschnitten wer-