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Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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ser fuhrt nun ein BeyspieT an , wie bey einem Getreidbocfen ein ()" breiter und 12"hoher kieferner Balken, welcher 15' frey gelegen, eine Last von 4725 Berliner-Pfundgetragen habe. Er rechnet ferner, dafs der Balken die Hälfte dieser Last zu tragenim Stande gewesen, wenn sie auf dessen Mitle gelegen hätte, und dafs ein Balkenden 32sten Theil derjenigen Last in seiner mitte tragen könne, welche denselben imersten Augenblick der Belastung zu zerbrechen im Stande sey; er findet ferner: dafsdie gröfste Länge, womit ein 12" starker Balken ohne alle Belastung mit Sicherheitliegen könne, 51, 2 l-ufs betrage. Wenn wir aber zur täglichen Erfahrung übergehn,so sehen wir auf 54' freyliegende Balken, die 14 bis 1Ö bayerische zoll im Quadratstark sind, Lasten von 5000 Pfund tragen, ohne dafs sie brechen, sondern sich nureinige zoll biegen , während diese Last sich über dieselbe bin bewegt.

§, 66. Aus den von mehreren Gelehrten angestellten Versuchen geht ferner .hervor: l) dafs der widerstand eines horizontal gelegten Balkens um das Dreyfachegröfser ist, wenn man dessen zwey Enden in feste slützpuncte einschliefst, als imGegentlieil; 2) dafs derselbe nach dem Quadrat der Hohe des Balkens zunimmt,

und 3) dafs ein solcher Balken doppelt so viel trägt, wenn man die Last auf meli-rere Puncte seiner Oberfläche vertheilt. Hieraus entstehn also für die Ausübung diewichtige Regeln: l) alle zum tragen w r agreeht liegende Balken sind, wo möglich,mit ihren Enden in Mauern oder Stützsäulen einzuschliefsen; 2) ist die Hohe der

Balken gröfser als ihre Breite zu machen , und 3) mufs man die Last auf so vielepuncte als möglich, zu vertheilen suchen, wie bey den Bogenbrücken geschieht.

§. 67. Man hat also, wie oben gezeigt ist, aus der absoluten Festigkeit dierelative berechnen wollen. Wenn wir aber die Natur des Holzes betrachten, undvorzüglich die Cohärenz seiner Fibern, so wie den umstand erwägen : dafs, je längerman die Last ruhen läfst, je mehr sich ihre Wirkung vergröfsert, dann die verschie-denen Aeste , die mindere oder gröfsere Reichhaltigkeit des saft.es und Harzes , dievollkommne Reife des Holzes, seine stärke und die Lä'nge der Fibern berücksichtigen:so ist nicht abzusehen , wie der verschiedenartige relative Widerstand, den ein hori-zontal gelegter Balken, einer darauf gelegten Last, darbietet, mit der absoluten Festig-keit vergleichbar sey, und wie man durch die im Kleinen angestellten versuche,selbst durch die Girardschen , *) solche Berechnungen begründen könne, welche fürdie Ausübung nur einigermassen eine Sicherheit gewähren. Es werden daher nurvielfache, im Grofsen angestellte Versuche, entscheiden, an denen es aber bisher nochfehlt. Wenn der Ingenieur also neue construetionen ansführen will, so wird derselbegenöthigt seyn, nur mit der Construclion des Bauwerkes übereinstimmende und ana-loge Versuche- anzustellen. Wer aber nur einige Versuche im Grofsen gemacht hat,

*) Tratte analytique de la resistance de solides etc. par Girarcl. Diese Schrift ist von dem Kainmer-rath Kv'änke. zu Darmstadt übersetzt, und diese Uebersetzung bat den Titel: Girards AnalytischeAbhandlung von dem Widerstande fester Körper,