511
wird ein gestehen : dafs'sie nicht pur kostbar sind, sondern auch ihre Resultate untereinan-der, wegen den oben angeführten Verschiedenheiten, die wir bey dem Holze antreffen, voneinander merklich abweichen. Man wird daher zum sichersten in der Ausübung verfah-ren , wenn man nach den Wirkungen bey bestehenden Bauwerken sich näherungsweiserichtet. So sehen wir $. Ö5., dafs Balken von 50 schuh Länge und 15 Zoll Hohe■eine darüber bewegte Last von 50 Centner tragen, und sich nur 2 bis 3 zoll biegen.Diese Biegung ist min, wie uns die Erfahrung zeigt, mit keinem. Nachtheil für eineJochbrücke verbunden. Wie sehr diese Erfahrung bey unsern Jochbrücken, wo meh-rere Balken gemeinschaftlich die darüber gehenden Lasten, die oft keine ruhende Be-schwerung sind, tragen, von den versuchen abweicht, glaube ich hier anführen zumüssen. Ein 50 schuh langer, 12 Zoll ins Quadrat starker, dürrer fichtener Balken,welcher mit seinen beyden Enden eingespannt war, senkte sich in seiner Mitte, durchseine eigene Last, 18 Linien , und mit einer auf dessen Mitte gelegten Beschwerungvon Q05 Pf. Breite, drey zoll. 2 ) Zwey solche auf einander gelegte und mit denEnden eingespannte Balken senkten sich durch ihre eigene schwere 18 Linien. 3)Ein gleich grofser Balken wurde in der Mitte 18 zoll gekrümmt, 0 und jetzt wareine Belastung von 6512-5- rf. nothwendig, um diese curve 3 zoll in der Mitte her-unter zu drücken, so dafs sich also der widerstand von dieser zu dem des Balkenswie 7,2:1 verhält. Hieraus würde hervorgehen, dafs die noch wenig gekrümm-ten Hölzer einer siebenfachen Last als die horizontalen widerstehen können; dieKrümmungshöhe war nämlich bey dieser Curve noch unbedeutend. Ja, es zeigenmehrere versuche: dafs die curveri einer zehnfachen Last als gerade Balken, einenfür die Ausübung hinreichenden Widerstand entgegensetzen. Ini Allgemeinen wärediejenige Last, welche erforderlich ist, eine Curve, horizontal zu senken, als eineVerstärkung ihres Tragvermögens , in vergleich desjenigen eines horizontalen Balkens,,anzunehmen, wenn nicht die bereits auseinander gedehnten und dann wieder, durchdas Heräbbiegen einer zur horizontalen Lage gesenkten Curve, zusammen gepreßtenFibern des Holzes, an ihrem ursprünglichen Zusammenhänge gelitten hätten. 4)Eine zweyte, dürre fichtenc Curve wurde zu eben dieser Bogenhöhe gespannt, undmußte mit 15Q01 pfund beschwert werden , ehe sie sieh ll-f" senkte. Bey diesemVersuche wurde die Last auf drey puncte vertheilt, und man würde daraus folgernkönnen , dafs auch bey den Curven die Last doppelt so groß seyn könne, wenn sieauf mehrere pvmcte aurliegt, als auf einen. Es ist diese größere Tragbarkeit derCurven auch leicht erhlärbar; denn bey dem Krümmungs - Manöver eines Balkenswerden seine Fibern an der untern Fläche zusammengeprefst, und nach der Krüm-men gsi in ie gebogen, folglich müssen sie erst von der darauf liegenden Last vonneuem zusammengedrückt werden, bevor sie aus der erhaltenen Lage weichen; und kön-nen daher , selbst kurz vor dem Bruche, ihre horizontale Lage nicht erhalten. Xe mehr
/
o