Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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einen jeden Ingenieur, der grofäe steinerne und ■Bogendrücken bauen, will: zuvörderstein Modell verfertigen zu lassen, und dasselbe auf den Bauplatz aufzustellen. Da□ cli aus Erfahrung den grofsen Werth der Modelle, in Hinsicht der bauwissenschaft-licben Bildung der Ingenieure, der Ausführung und der oeconomie kenne, so habeich seit mehrern Jahren, eine Modellsammlung von Brücken, wehren, schleusen,Lehrgerüsten, Utensilien und Maschinen aller Art angelegt, die mir bedeutende Sum-men kostet; vielleicht einzig in ihrer Art ist, und in der gröfsten öffentlichen Modell-sammlung einen ehrenvollen und Nutzen bringenden Platz einnebmen konnte. Darinbefinden sich auch nach den oben angeführten Maafsstabe, Exemplare derer in die-sem Werke beschriebenen hölzernen Bogen-Brücken.

13 ) Man hat diesen Bogenbrücken den vorwtirf gemacht, dafs man sie inKriegen ganz abbrennen miifsfe, um dem Feinde den uebergang über Flüsse zu er-schweren. Wie ungegründet derselbe aber sey, wird jeder Kenner leicht einsehen.Es kömmt bey der Hemmung der Communication über einen Flufs nur darauf an:diese über einen Bogen *) solcher Brücke, auf so lange zu unterbrechen, als sie beyden joch - oder steinernen Brücken unterbrochen werden kann, d. iV bey den gröfstenFlüssen höchstens auf einige Tage , wenn die Armee gute Pontons oder grofse Tonnenmitführt, welche letztere mehrere Generäle mit Vortheil gebraucht haben, oder wennman die Brücken, wie bisher geschehen ist, abbrennt. Hat ein Bogen solcher Brück«drey Bippen , so braucht man nur die Schrauben, welche die einzelnen Curven zu-sammen halten r nachzulassen , die obern Verbindungsschwellen, auf denen die stras-senträger ruhen, abzuschneiden, nachdem man zuvor den Brückenweg weggenommenhat. Dieses Verfahren verhindert wenigstens auf 48 stunden die Errichtung des Brü-ckenweges, folglich auch den Marsch der Truppen und den Transport des Geschützes.Gesetzt das eine ufer würde gänzlich verlassen, so können nur einzelne Feinde(nach Abschneidung der verbindungsschwellen) auf eine gefährliche Weise über dieBogen-Rippen herauf und herunter rutschen, so dafs Mancher das Durchschwimmendurch den Flufs diesem Manöver vorziehen wird. Bleibt das Ufer besetzt, so ist auchdies leicht zu verbhindern , und der Feind mufs das Ufer förmlich mit Kanonen be-schiefsen. Nur naeh zwey bis drey Tagen wird es 50 Zimmerleuten gelingen , dieBrücke fahrbar zu machen, und diese Fahrbahrmachung wurde bisher bey den abgebrann-ten Jochbrücken früher erreicht, folglich hat man nichts bey dieser Anstalt, wodurchdie Haupt-verbindung einer Bogenbrücke erhalten wird, verloren. Ist ein Bogen oder eineOeffnung der Brücke aus drey Rippen zusammen gesetzt, so mag man, in den zwoseiten - Rippen, die schrauben lösen , indem die mittlere Rippe den übrigen Bögeneinen hinreichenden widerstand entgegen stellt, so dafs dieselben ihre Form nicht

*) Die einzelnen Bögen dieser Brücken sind nämlich so weit, dafs es unmöglich ist, über ihre Oeff-nung einzelne Balken zu legen, um den Fahrtweg zu eröffnen,

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