Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
Seite
464
JPEG-Download
 

4Ö4

Herr Reiser *), hat diese Gegenstände in folgendem Aufsatze, in welchem ich sehrwenig zu ändern für nothwendig gefunden habe, beschrieben. Man sieht daraus:dofs derselbe meine Construction studirte, ehe er die Hand an den Gufs des obenerwähnten Modells einer Brücke legte, und dafs dieser erfahrne und denkende prac-tiker die gröbsten Brücken der Art zu giefsen im Stande ist, wenn man sie bey ihmbestellt. Bey dem Gufs der zu diesen Brücken gehörigen Rohren kömmt es vorzüg-lich darauf an: dafs denselben die möglichste Festigkeit, Reinheit und dem Eisendurch das einige stunden in Holz oder Kohlenfeuer dauernde Ausglühen **) der ge-gossenen Röhren, eine gewisse Geschmeidigkeit, den nöhren aber die aogenform ge-geben wird. Die Formen zum Gufs müssen so beschaffen seyn, dafs sie dem flüs-sigen Eisen einen hinreichenden widerstand entgegen setzen; defswegen mache mandie Formflaschen von Eisen , den Model der Kerne aber von Messing und giefse stetslothrecht, damit erst der Erzschaum (das Reisbley), dann die Luft und dann die zer-schmolzene Masse in der Form aufsteige, der Druck der geschmolzenen Eisenmasse(des Flusses) aber in ihr selbst eine gröfsere Zusammenpressung (durch ihr Aufsteigen)hervorbringe, und nicht grofse Pori , die eine Folge des horizontalen Gusses sind,entstehn.

18Q. Des aerrn neisers Erläuterung: über das Formen uni den Gufs,der zu meiner Brücken - construction dienenden eisernen Rohren , wozu die aufTab. 134. gezeichneten Figuren von l bis 17 gehören, lautet so:

l) «Die eisernen Röhren zum Brückenbau sollen nicht allein von vorzüglichgutem Eisen, sondern auch mit ihrer ganzen Masse gleich compact und nach dergehörigen Form genau und rein gegossen seyn. Wie dieses zu bewerkstelligen,werde ich hier das NÖthigte anführen, und daher die Kennzeichen eines guten Eisens,die gehörige Formerey , die Art, die Röhren zu giefsen, endlich die weitern Behand-lungen , um die gegossenen nöhren zur gehörigen Geschmeidigkeit zu bringen, ange-ben. Doch alle bey solcher Giefserey vorkommenden Behandlungen, nebst den che-mischen Beobachtungen, genau anzugeben, möchte zu weitläufig seyn; da ohnehindas Formen und Giefsen solcher nöhren durch geübte Gufsmeister verrichtet wer-den mufs. r>

*) Wer dergleichen Brüchen giefsen lassen will, kann sich mit aller Zuversicht an diesen geschick-ten Fractiker wenden,

•*’) Bekanntlich gewinnen alle gegossenen Ganz - "oder Halbmetalle durch das Ausglühen an Ge-schmeidigkeit, also an Elasticität, und wenn man sich so ausdrücken darf, wird dadurch dasGufseisen der Beschaffenheit des Schmidteisens näher gebracht, indem die Körner des erstemzu Fasern übergehen ; daher kann man auch das ausgeglühte Gufseisen ordentlich abfeilen, wel-ches mit dem unausgeglühten nicht thunlich ist; welches Abpfeilen aber bey den Schiftungensolcher Brückenröhren, so wie bey den innern und äufsern Hülsen, und um das Rosten zu ver-hindern , äufserst wichtig ist. Dafs dieses geschehen kann , beweifst auch mein Modell der ei-sernen Brücke, welches glatt abgefeilt ist.