ten kann, seinen natürlichen Bruch und Eigenschaften, giefst man es aber in nasseSandform, wo die Abkühlung schneller folgen mufs, so zeigt es im Bruche schoneine mattgraue Farbe und gleicht dem kohlenstoffsauern Gufseisen, ist auch wenigerstark und elastisch, als das in getrockneten Formen gegossene Eisen. Giefst mandieses Eisen in eine eiserne Form, wo die Abkühlung noch schneller entsteht, alsin einer nassen Sandform: so zeigt das Eisen im Bruch eine weifsgraue, kristallisir-te, kernlose Farbe und ist sehr spröde. Doch kann sowohl das in nassen Sandfor-men als das in Eisenformen gegossene Eisen, ohne es umzuschmelzen, zu ihrer na-türlichen Qualität gebracht werden; man darf es nur in einem Kohlen- auch Holz-flammen-reuer stark glühen, und in diesem zustande, mehr oder weniger, nachdemdie Gufsstücke dick oder dünn sind, erhalten und langsam erkalten lassen. Dadurchwird nicht allein die Farbe, welche es im Bruche hatte, und die Stärke hergestellt»sondern das Eisen erlangt auch die Geschmeidigkeit und Elasticitdt, welche das introckner Sandform gegossene hat.“
3) »Was das normen der zu dieser Bau - construction erforderlichen Rohrenanbetrifft: so müssen diese nicht, wie gewöhnlich die wasserleitungs - Rohren, innassen Sand- oder Lehmformen gegossen werden, indem, nach ersterer Gufsart, innassem Sande die Gufswaaren zu schnell erkalten und dadurch dem Eisen jene Sprö-digkeit verursachen, auch öfters unrein werden, bey letzterer Formart, nämlich imLehm, werden die Gufswaaren nicht allein sehr kostspielig, sondern auch, weil derLehm der Schwindung zu viel unterworfen ist, nicht so genau nach den erforderli-chen Dimensionen hergestellt. Eine auf Erfahrung gegründete, zweckmäfsige Art,solche Röhren zu formen und zu giefsen, ist die in getrocknete Sandformen. Eskommt dabey auf die Beschaffenheit des Formsandes, der Metalle und der Formfla-schen, dann auf die Behandlung des Gusses an. Bey solcher Formerey ist hauptsäch-lich darauf zu sehen: dafs der Formsand von möglichster Reinheit sey, und im stärk-sten Feuer nicht schmelze, theils um der grofsen Hitze, theils dem heftigen Druckdes flüssigen Eisens widerstehen zu können. Es müssen daher die Sandkörner scharf-kantig vom feinsten staub bis zur erforderlichen Grölse seyn. Die kleinsten mögendurch ein sieb geben, welches in einem Quadratzoll 10,000 Locherchen und diegröfsern durch ein sieb, welches in einem Quadratzoll 7Z Löcher hat. Der Sanddarf weder zu fett noch zu mager seyn, am befsten erkennt man solches, wenn ergehörig angefeuchtet sich mit der Hand ballen läfst, beym trocknen hinlänglich,ohne zu schwinden und Risse zu bekommen, fest wird. Da aber solcher Sand sel-ten so natürlich gemischt gefunden wird, wie es erforderlich ist, so kann der zumagere mit Wasser, in welchem Thon aufgelöst ist, begossen, und der zu fette,durch das Ausglühen in einem Calcinier - ofen von der überflüssigen Fette (ßeymi-schung von Thon) entledigt werden. Der zu fette Sand kann mit dem bereits beyeinem Gufs gebrauchten, ohne dafs er vorher calcinirt wird, zur Hälfte vermengt