4Ö7
zum Formen gebraucht werden; denn der Sand, in welchem bereits einmal einge-gossen wurde, kann ohne Beimischung von neuem Form sande nicht die gehörigeConsistenz erhalten.“
4 ) „Der Gufs der Rohren selbst mufs in gegossenen eisernen Formflaschen ge-schehen, die eines Theils wegen den Formen und andern Theils um die gegossenenRohren aus denselben herausnehmen zu können, aus mehrern xheilen bestehenmüssen. Auch sollen die hinreichend starken Form-Model, wegen der Bequemlich-keit zu Formen, ebenfalls aus mehrern Abtheilungen bestehen, und von Messing ge-macht werden. Da aber diese beym Formen nur den äussern Umfang der Rohrenbilden sollen, so braucht die Stärke der wände des siessings nur 4 Linien dick zuseyn. Zu erwägen kömmt aber, dafs das Eisen, wie alle Metalle, nach Verhältnifades Hitzegrades, welcher erfordert wird, es zum gehörigen Gufs zu bringen, beymErkalten merklich schwindet; es folgt also : dafs die gegossenen Röhren, wie andereGufswaaren, immer kleiner werden als der Model, nach welchem sie geformt wur-den. Es müssen daher die Model immer nach allen Dimensionen vergröfsert werden.Ein genaues Verzeichnifs der Schwindung, welche bey den gegossenen Stücken vor-geht, kann hier und besonders beym Gufseisen, indem selten ein Hoch-, Rever-berir- oder Kuppel - Ofen ein Eisen von gleicher Qualität liefert, nicht gegeben wer-den, da jede solche Abänderung im Eisen eine besondere Sehwindung hervorbringt..Die gewöhnliche ist bey einem guten und gehörig flüssigen Eisen , bey einer hohlenRohre, deren wände 1 zoll stark sind, deren Länge 8 Fufs, und der Durchmesser12 zoll beträgt, der Länge nach, eine Linie, und im Durchmesser 2 Linien auf denFufs; bey der Eisenstärke ist aber ein viertheil Linie auf den zoll anzunehmen.Ueberhaupt verhält sieh die Schwindung der Metalle nicht nach den cubiscben Inhaltder Gufswaaren, sondern immer nach der Bildung eines Models. Auch die schnellereoder langsamere Abkühlung der Metalle bewirkt eine gröfsere oder geringere Schwin-dung. “
5) „Wesentlich ist nun die Verfertigung der Kerne , welche einen xheil derFormen ausmachen, und den Röhren ihre Höhlungen geben; sie werden vom Form-lehm gebildet. Mit diesem Namen benennt man einen gemeinen Thon, der ausgleichen Theilen Pferdedung mit etwas Sand gemischt, besteht. Hieraus werden aufeigens dazu verfertigten eisernen Spindeln a b F. 8 . T. 126 ., welche an beyden Enden mitrund gedrehten Achsen versehen sind, und mit einer Kurbel auf einem hiezu berei-teten Lager herumgedreht werden, die Kerne mittelst eines Formbretts g (Fig. ().),das ihnen, während dem umdrehen die gehörige Rundung giebt, gebildet. Der hiezunöthige Thon mufs möglichst rein und nicht kalksehiissig seyn; er ist, da er für siehallein zum Formen zu fett wäre, zur Hälfte mit Pferdedung zu mischen. Führt eingemeiner Thon zu wenig oder gar keinen Sand bey sieh , so ist auch ein xheil rei-nen Sandes beyzumischen. Die zuthat von Pferdedung zu dem Thon geschieht, um
5g *