Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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überspannt. Nachdem sie einigemal eingestürzt war, hat man dieselbe, so wie siejetzt steht, (1718) aufgeführt.

$. 232. Die Brücke des heiligen michael (pont de st. michel ) zu Paris be-steht aus vier BÖgen, wovon zwey 30 und zwey 42 Fufs weit sind.. Ueber die zweySeitenpfeiler hat man mit einem Fronton gezierte Niehen angebracht. Die auf dieserBrücke gestandenen Häuser sind abgebrochen.

$. 233 . Die Brücke von Hotel-pieu zu Paris wird eigentlich von zwey Brückengebildet, nämlich von der Brücke st. Charles (s. Tab. 129. unten) und der ront-au-double. Jede Brücke hat zwey Bögen , und die erstere habe ich nur auf rab. 12Q.aufgenommen , weil die zweyte noch weniger interessant ist. Ihre sögen sind 34bis 38 Schuh weit. ..Beyde Brücken sind mit Gebäuden bedeckt , und ihres kleinli-chen Styls wegen nicht merkwürdig.

. $. 234. Die Brücke st. Marie und dela rournelle zu Paris (Tab- 129.) sindbeyde \on Christoph st. marie , nach einem und demselben styl, erbauet worden. Beyder ersten sind jedoch die Gewölbsteine der Schenkel kürzer als bey der letztem.Die Marienbrücke wurde 1Ö3 5 vollendet, und 1659 den 17. März stürzten davon,durch die Wirkung der Hochgewässer, zwey Bögen und 22 darauf stehende Gebäudeein; die übrig gebliebenen Häuser hat man 1785 abgetragen, die zwey Bögen sindaber wieder hergestellt worden. Sie sind, so wie die übrigen, 42 bis' 55 Fufs, unddie Bögen der Brücke von l’a Tournelle 46 bis zwey und fünfzig Fufs weit.

$. 235. Die Brücke der Tuillerien oder pont-noyal zu Paris (Tab. 129.) hatfünf Korbbögen von 64 bis 75 Fufs oeffnüng. Als die an ihrer Stelle gestandene

hölzerne Brücke (1Ö5Ö) eingestürzt war, wollte mazarin eine Art von Lotterie, zumBaufond errichten ; aber diese reichte nur zum Bau einer hölzernen Brücke hin. Sohaben überall die nützlichsten Anlagen Schwierigkeiten gefunden , wenn Millionen zunicktswiirdigen zwecken vergeudet wurden! Als auch diese Brücke vom Hochge-wässer zerstört war, wurde endlich am 25. october 1Ö84 der Grundstein zu der stei-nernen Brücke (Tab. 129.) gelegt. Manzard oder Gabriel trauten sich nicht, denrechtseitigen Pfeiler , wo der Grund schlecht war, zu fundiren ; man berief daher einen ge-wissen Romann von Hastricht, welchen man für den hält, der hier zuerst die Bag*germaschine zur Aufforderung des Schlammes , in Frankreich gebrauchte , denn inHolland war sie längstens angewendet worden. Nachdem die stelle, wo der rfeilerzu stehen kommen sollte , vom schlämm ubd Sand geräumt worden war, wurde einplatlbodigtes Marnesehiff mit Steinen und Mörtel versenkt , um welches man einepfahlreihe einrammte und einen Steinwurf schüttete. Hierüber wurde rundum einRostwerk von Pfählen gelegt; dieses füllte man mit Bruchsteinen und rorzellan-MÖrtel,der bey dieser Fundation zum erstenmal in Paris angewendet wurde. Diese Grund-lage wurde endlich mit einer weit gröfsern Last, als sie tragen sollte, beschwert,die sehs Monate darauf liegen blieb, während welcher zeit ihre Senkung einige ZollIII. Band. 63