Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
Seite
514
JPEG-Download
 

514

Perronet gab der 45 Schub breiten Brüche von Neuilly fünf sögen , jeden zu120 Fufs oeffnung , um eine profilweite von ÖOO Quadralfufs zu erhalten *). Nunbetragen aber die Profilweiten der Seine unterhalb der Brücke von Mantes nur 336',bey der Brücke noyal zu Paris 337', und bey der von Jena 410 Fufs ; es scheintdaher, dafs drey so grofse ßögen hinreichend gewesen wären ! Auch beweisen diebey Neuilly in der seine liegenden Sandbänke, dafs die stromsection unter dieserBrücke zu grofs ist, und dann hätte man immer noch ein gröfseres profil (von3Ö0 Schuh) erhalten, als bey jenen auch über die seine führenden Brücken statt fin-det. Indessen richtete sich perronet nach der natürlichen Weite des Flusses, und manwollte in der Nähe von Paris ein grofses Monument haben; die Brücke wurde auch aufden Eingang der elysäischen Felder allignirt Und die Chaussee mit neuen Alleen ver-sehen. Die Hohe der aus eilf Mittelpunkten (Fig. 45 Tab. 130) beschriebenen ßögenbeträgt 30 Schuh, der gröfse Radius mifst 150' und der kleinste aus dem Punkte f.beschriebene IQ' 7" 8 Linien. Die innere Gewölbfläche, mit Ausnahme der stirn-bögen, bildet eine Art Oval oder ein Korbgewölbe , und diese sind nach einem Kreis-bogen geformt, welcher von der Oberfläche der Pfeiler angeht, wohingegen die Korb-bögen dem niedrigsten wasserstande gleich anheben , wie Fig. 2. Tab. 118. zeigt.Hierdurch sind also an den BÖgen Ausschnitte oder Kuhhörner (cornes de vache oavousures) entstanden , welche dieser Brücke ein sehr schönes Ansehen geben, undworan die Baumwurzeln, Eisschollen und Treibhölzer weggleiten, ohne die Steine zubeschädigen. Die stirnbögen sind mit einem Halbmesser von 244 Fufs beschrieben.Die Gewölbsteine bestehen aus Werkstücken, welche im Allgemeinen 5' hoch, 18"dick und 4 Fufs breit waren , und die Fugen der schlufssteine bilden mit der loth-rechten Linie einen Winkel von 10 Minuten und 21 Sekunden. Es wurden in Allem5Ö50 Gewölbsteine gebraucht, und da der Kubikfufs des Steins 1Ö5 pfund wog, soerhalt man für die Last eines Bogens 5,553,500 Pfund. Von diesen aus den Brüchenvon Saillancourt, nicht weit von meulan, genommenen Steinen, aus welchen manauch die steine zur Brücke von Mantes mit dem befsten Erfolge verwendet hatte ,leistete ein Stück, von 4 Quadratzoll Grundfläche und einem Zoll Höhe, der Last von737 5 pfund widerstand. Die meisten Steine waren 30 bis 40 Kubikfufs grofs; jaam Parapet sicht man einige, deren Länge 22 bis 34 Fufs beträgt. Zu den Pfeilern,Gewölbscbenkeln und Widerlagern wurden , ausser im Umfange, auch noch aus demRauhen behauene, aber nicht Bruchsteine, die man gewöhnlich dazu braucht, verwen-det, und alle Werkstücke wurden auf der Achse transportirt.

Die Vorpfeiler sind nach Halb-Ovalen, wovon die gröfstc Achse i2 Fufs mifst,gemacht, und haben eine i/änge von 10 Fufs. Die Widerlager sind 100 Fufs lang,

*) Die Maafsen und Verhältnisse der wesentlichsten Theile dieser Brücke sind in dem zur 484' Seitegehörigen Tableau angegeben.