Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Ich erwähne nun von den verschiedenen Fugenrrennungen, welche in den Bo-gen, während ihrer Aufrichtung, statt fanden, hier noch nichts, weil ich davon aneinem andern Orte sprechen werde; aber ich darf die Nothwendigkeit nicht unbe-merkt lassen, welche darin besteht, wo möglich, alle Bögen einer Brücke zugleicher Zeit zu wölben. Als nämlich in dem einen sditenbogen nur noch 12 Ge-vvölbsteinreihen zu legen übrig waren, hatte man auf den grofsen Bogen deren zwölfeweniger aufgebracht. Das Ungleiche des Drucks auf den Pfeilern, welchen man be-wirkt hatte, damit der eine ohne Gegendruck stehende Pfeiler nicht zu sehr beschwertwurde, äusserte Sich dennoch auf den ersten pfeiler dergestalt, dafs derselbe gegenden grofsen Bogen um 3" Q"' zurückwich. Hierdurch gab sich das Lehrgerüst desgrofsen Bogens 3" IO"' in die Hohe und das des kleinen Bogens senkte sich. Hätteman jenen nogen mit mehr Gewölbsteinen versehen, so würde dieser Umstand gefähr-lich geworden seyn, welchen man durch Beschwerung des Lehrgerüstes vom grofsenBogen würde verhindert haben. Wiewohl die Aufführung dieses Bogens beschleuni-get wurde, so bog sich der daranstofsende rfeiler, nach drey Tagen, um 5"', inden nächsten acht Tagen noch 4 Linien : so dafs die ganze Abweichung von der loth-rechten Ebene 4" 6'" betrug. Sobald aber das Gleichgewicht der zwey Bogen her-gestellt war, bemerkte man keine weitere Ueberweichung der Pfeiler. Als der mitt-lere Bogen aber weiter aufgeführt wurde, bog sich der eine Pfeiler 2" 2"' nach derentgegengesetzten Seite. Man hielt daher mit seiner Aufführung inne, und verstärktedie vier innern Rippen des Lehrgerüstes, mit doppelten schwellen und zugstrebenikl m (Fig. 20.), welche man mit Zugbändern einschlofs; jetzt beschwerte man die-ses Gerüst mit 123 Gewölbsteinen, welche zusammen 170O00 Pfund wogen. Nach-dem auf diese Weise der zweyte Pfeiler gegen den Druck des grofsen Bogens hin-reichend gesichert war, führte man die Seitenbögen und den mittlern Bogen vollkom-men auf. Jener wurde am 27. September geschlossen. Jetzt zeigte sich : dafs dererste Pfeiler gegen die Stadt zu um 25 Linien an der flußaufwärts befindlichenspitze und 4" an der flußabwärts befindlichen, gewichen war. Indessen liefssich an der ausser« Fläche des Pfeilers nicht die geringste Beschädigung wahrnehmen.

Ueber die fernere Ausführung der Brücke kömmt noch zu bemerken: dafs diezehn Reihen Gevvölbsteme auf jeder Seite des Schlufssteines, wovon die obern auseinem Stück bestanden, bey jedem Bogen auf Lagerklötze trocken gelegt wurden,und zwischen je zwey Gewölbsteinen hatte man zwey aus Eichenholz bestehendeLeile x (Fig. 17.) eingesetzt, deren Länge vier schuh, deren Breite 3" ö"' betrug,und die oben zwey Zoll dick waren. Sie wurden zwischen zwey mit Seife bestri-chenen dünnen Brettern gesetzt, welche in Fugen, die man in der gelegten neiheder Gewölbsteine gemacht hatte, eingelassen waren. Indem man diese Keile zuerst in demeinen Seitenbogen, vor seiner Ausrüstung, mit 10 bis 12 pfund schweren hölzernenSchlägeln eintrieb, in dem andern nachher; welches Eintreiben bey dem am entfern-