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Die Vorköpfe der pfeiler wurden mit den Gewölben zugleich aufgeführt. Alsdiese geschlossen und ausgerüstet waren , führte man die ufermauern auf. Unterdie Trottoirs der Brüche wurden die wasserrinnen angebracht, welches man nach derZeit auch bey andern Brüchen nachgeahmt hat; wodurch die Fahrstrafse breiter wer-den honnte, als sie ist, wenn man zwey Rinnen vor den Trottoirs anlegt.
310. Den gröfsten gewölbten Brückenbogen in Europa bildet die Briifchevon vielte - srioude , (rab. 132.) die auf Kosten der Besitzerin dieses Orts im Jahr 1454über den Allier -Fluls, von erenier und Estone erbauet worden ist. Seine Weite be-trägt 1Ö7' 5" 7 /// und dessen BOgenhöhe 04" 7" Q"'. Es ist also ein Kreisstiich.Er besteht aus zwey Reihen Gewölbsteinen übereinander, die beynahe aneinanderstofsen. Die eine Lage besteht aus einem vulkanischen produckt , die andere aushartem Sandstein. sie sind 7" 5'" bis Q" 3'" dick , und die gröfsten haben einehänge von zwey Fufs , so dafs der Schlufsstein nur 4 Fufs hoch ist. Der Bogen ,Welcher noch jetzt die Bewunderung jeden Kenners auf sich zieht und fest steht, hat ei-nige Sprünge erhalten; dieser Umstand, die geringe Breite, und die hohe Steigung der Auf-fahrt, welche in Felsen eingeschnitten und sehr unbequem ist, waren Veranlassung zumBau einer neuen Brücke, auf einer Entfernung einer kleinen Stunde von der alten,bey dem orte saface. Sie bestand aus drey zu f gedruckten Korbbögen von 6 Öbis 72 Schuh oeffnung, und ihre Widerlager waren 17 Fufs, die pfeiler 13 Fufs dick,so dafs sich diese zur Bogenweite 1:5,5 und jene wie 1 : 4 , 2 verhalten; desgröfsten Bogens Schlufsstein war 4' 6 " hoch ; diese Höhe verhielt sich also zurWeite des Bogens wie 1 : 16 . Mit Ausnahme der Ge Wölbsteine zu den Kopfbögenwählte, man weiche Steine, welches ohne Zweifel Tufsteine waren, weil sie lange derLuft ausgesetzt bleiben mufsten, um einige Härte zu erhalten. Aber der grofse Bo-gen stürzte gleich nach der Ausrüstung ein , die steine zerbrachen , nur die Reihenunter der fünfzehnten blieben liegen; dennoch wurde auch der zweyte kleine Bogengeschlossen, im folgenden Jahre der grofse wieder aufgeführt. Wenn der umstanderwogen wird, dafs ein pfeiler, der sich zur oeffnung wie 1 : 5,5 verhält, nach derErfahrung nicht allemal zum Widerlager dienen kann, es sey denn, dafs das Mauerwerkmehrere Jahre gestanden habe , so möchte man auch den Sturz des Bogens der ue-berwucht des Seitendrucks über die Stabilität des Pfeilers zuschreiben dürfen , wennnicht in den Nachrichten vorkäme , dafs 15 Gewölbsteinreihen unversehrt gebliebensind ; also mufs man den stürz nur in der schlechten Beschaffenheit der steine su-chen; Folglich für die Auswahl fester steine immer besorgt seyn.
Nachdem die drey BÖgen mit besserm Materiale ausgeführt waren, legte manunterhalb und längs der Brücke, ein sturzbett, aus zwey mit Bruchsteinen gefülltenpfahlreihen, an. Ein Hochgewässer machte auch diese Maafsregel unwirksam, unddie Brücke wurde Ibrtgerissen, während, der 1454 erbaute Bogen immer noch zurBrücke dient. Wenn man denselben ausbesserte > die Auffahrten, bequemer machte