§. 34.1. Ich komme Jetzt zu den Aqqäducten, die über Thaler und tiefe stel-len des Erdbodens, angelegt sind; -vorzüglich um den Städten das Trinkwasser zuzu-führen,' Bewässerungen zu bewirken, Brücken zu errichten oder zu einer Chausseezu dienen.
§. 342. Der von den Römern über die Mosel bey Metz erbauete Aquäduct(Tab. 132.) von welchen noch einige Bogen stehen, zeigt von der Vorsorge der Rö-mer, für die Einwohner dieser Stadt. Dessen Hohe beträgt beyläufig 70 Fufs, und dieöeffnungcn der Bogen messen 20 Fufs 2 Linien, die Dicke der pfeiler ist oben 9 ' 10"unten aber stärker.
343. Der Aquäduct in der er au von Arles (Tab. 132.) geht über einenSumpf und führt dem Bewässerungscanal von Craponne das Wasser zu. Er wurde1558 von dem Erbauer des Canals, dem Ingenieur craponne , der bey der Beschrei-bung des Canals von Arles erwähnt ist, aufgeführt. Die Länge dieses Apuäducts beträgt1924 ' und die im vollen Halbkreise beschriebenen BÖgen haben Oeffnungen von 1Ö / ,und ihre seitenwände haben eine starke Böschung.
344. Der wegen seiner Gröfse merkwürdige Aquäduct von Maintenon (Tab. 132.) wurde unter Ludwig xir., 1Ö84, angefangen und vier jahre später auf-gegeben. Das Nivellement und die Berechnungen sind von La mre ; der Entwurfseihst wird dem berühmten vauban zugeschrieben. Dieses Werk sollte einen Theiider von Bongoin nach Versailles zu führenden gegen 27Ö000 Fufs langen Wasserlei-tung bilden. Der Aquäduct sollte aus drey auf einander geführten Bogen-Reihen be-stehen. Acht und vierzig Bogen der untersten Reihe, von denen jeder eine oeffnungvon 22' 7" 8'" hat, wurden in der Nähe von Maintenon wirklich erbaut. Die Pfei-ler derselben sind 21' 5" 2'" dick, und durch 2' 1" dicke Mauern, die 5' 4" 7'"Böschung haben, unterstützt. Die ganze Länge des aufgeführten Aquäducts beträgt2693 ' 9 " Q y// , und dessen Hohe (im Durchschnitt) beynahe 29 schuh . Die Pfeilerbestehen aus vier Hauptlagen sehr schöner Werkstücke, der beträchtliche zwischenjeder Lage statt findeude Raum ist mit Bruchsteinmauerwerk, das jedoch, des schlech-ten cementes wegen, schon sehr gelitten hat, ausgefüllt. Die Gewölbe sind beynahedurebgehends aus ziegein erbaut. Dieses grofse Gebäude, welches über zwey undzwanzig Millionen Livres gekostet haben soll, ist, obgleich es nur 130 Jahre steht,schon mehr verfallen , als viele Bauwerke der alten zeit.
§• 345- Der Aquäduct von ruc bey Versailles (Tab. 132.) wurde, um dasWasser aus der Ebene von sacle nach Versailles zu leiten, aufgeführt. Er bestehtaus zwey Reihen Arcaden. Die Bogen der untern Keihe tragen zugleich eine, nur12' 3" Q /y/ breite Brücke. Diese Rogen sind überdiefs noch mit einem Erddammeumgeben, so dafs man nur die obere Reihe sehen kann. Die ganze Länge derselbenbeträgt 12Ö2' 2", die Hohe ist 40^ 3", und die Dicke der pfeiler (oben) 13 Fufs.
$• 34Ö. Der Aquäduct v on Marly (Tab; 132.) ist zur Leitung des, durch dievon der seine getriebenen Maschine von Marly gehobenen Wassers, nach Versailles he-