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ckenpfeiler in vier Rücksichten stärker machen, als zur Tragung der darauf ruhendenLasten nothwendig ist: ä) um als Widerlager zu dienen, b) um mit dem Lehrge-rüste eines Bogens oder einiger Bogen zu allen übrigen auszukommen *) , das ist alsoeine Ersparnifs bey den Rüstungen zu bewirken, die aber mit den durch eine gröfsereGründung und stärkeres Mauerwerk bey breitem Pfeilern verursachten kosten., wonicht übertroffen, doch gewifs vernichtet wird ; c) das Flufsbett während des Bauesder Brücke nicht mit Lehrgerüsten zu verengen, so dafs während dem Aufsetzen desGewölbes ein Hochgewässer dem Bau keinen Schaden zufüge , und d) damit , wennein oder zwey Pfeiler der Brücke , sey es durch falsche oder kluge militärische Maafs-regeln, gesprengt werden, die übrigen pfeiler und Bögen nicht einstürzen. Man hatdaher bey einigen Brücken mehrere dicke und mehrere weniger dicke pfeiler ange-bracht, wie z. B. bey der Brücke von Blois , und dieses dürfte wohl in diesem Falledas Rathsamste seyn. Als Widerlager die pfeiler betrachtet, bemerke ich Folgendes:l) Wiewohl bey den Brücken von Saumur, Orleans, Blois, Tours, Moulins , West-minster, Alt-London und Blackfriars, ein Bogen nach dem andern, oder doch nur ei-nige BÖgen zugleich gewölbt sind, folglich das Lehrgerüst eines Bogens mehrmalengebraucht wurde, die pfeiler also vor der Aufmauerung der Gewölbschenkel und derVollendung der Brücke als Widerlager dienten , so ist dennoch die Dicke der Pfeilerbey allen diesen Brücken , ausser den von Blois und London , nicht so beträchtlich,als man gewöhnlich die stärke der Widerlager vorschreibt. Es verhält sich bey die-sen Brücken die Dicke des pfeilers zur Oeffnung des Bogens wie 1:5; 1:5,5;1 : 3 und 1 : 5j 1 : 5 wie 1 : 4, 4; 1 : 2, 3; und wie 1 zu 5. Aber bey derBrücke von Westminster , wo sich die Pfeilerdicke zur Bogenweite wie l zu 4, 4 verhält, ist,der Fundation wegen, ein Pfeiler dem Einsturz nahe gewesen, während die übrigenvon den andern Pfeilern getragenen Bögen stehen blieben; und bey der Brücke vonvours sind sogar einige pfeiler und Bögen eingestürzt, und zwey Endepfeiler haben den-noch ihren Bögen vollkommnen Widerstand geleistet. Bey der Brücke von Orleans t. 127wurden nur drey Lehrgerüste gebraucht, folglich mufsten mehrere Pfeiler, derenDicke sich zur Spannweite des Bogens wie 1:5,5 verhält, als Widerlager ihrer Bo-gen dienen; freylich kömmt hier blofs das Gewölbe zu berücksichtigen und nicht die-jenige Last, welche darauf später mit der Ausfüllung des übrigen Mauerwerks undPflasters gebracht wird. Man mufs sich daher nach solchen dünnen pfeilern nähe-rungsweise richten, die bey vollendeten Brücken , an welchen einige Bögen einge-stürzt sind , den stehenden Bögen zu Widerlagern dienten; ein Fall, welcher bey derBrücke von xours statt gefunden hat, und bey dieser verhält sich die pfeilerdicke zur
*) Zu diesem Zweck müssen also die Pfeiler als Widerlager dienen , und selbst noch stärker alsdiese gemacht werden , weil sie von den Seiten frey stehen , und besonders » wenn ihr Gemäuernicht vollkommen ausgetrocknet, das ist, der darin enthaltene Mörtel nicht erhärtet, ist; denndie Bindungskraft des getrockneten Mörtels ist sehr bedeutend.