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daher diejenigen Fälle, wobey selbst starke Pfeiler nicht als Widerlager dienten, sehrnützlich für die Brückenbaukunde : l) Als Manzard die ehemalige »rücke zu mou~lins aus drey Bögen, den einen zu 138 Schuh, und die zwey Seitenbögen, jeden zu10,5 Schuh Oeffnung, erbaute, waren die pfeiler 34 schuh stark: folglich verhielten sichdieselben zur Bogenöffnung wie 1 :3, so dafs sie, nach perronet p.Ö24, und der Erfahrung, alsWiderlager mehr denn zureichend stark waren. Aber kaum war das Gewölbe ge-schlossen, so stürzte die Brücke ein, weil das Fundament durch die Beengung desStromes, welche eben von diesen dicken pfeilern bewirkt wurde, unterwaschen war,es also nicht an der pfeilerdicke mangelte. 2) Bey der Brücke von mantes verhältsich die Dicke der pfeiler zur Bogenweite wie 1 : 4 und wie 1:5; kaum hatte mandas Gewölbe des seitenbogens geschlossen , als der gegen die Vorstadt Lymay lie-gende pfeiler oben vier zoll gegen den nächsten Bogen zu, überwich, (perronet p. Ö2Q.) jselbst ehe die Schenkel jenes Bogens ausgemauert waren. Es mufste daher der mitt-lere und letzte Bogen schnell aufgeführt werden, um das Gleichgewicht, wodurch derPfeiler wieder im lothrechten Stande zurückwich, kerzustellen. 3) Ohngeachtet sichdie Dicke der Pfeiler an den Brücken von saumur und eher zur Bogenöffnung wie1 : 5 verhielten, und diese oeffnungen nur 60 Fufs betragen , so konnten die frey-stehenden Pfeiler dennoch nicht als Widerlager dienen, wie perronet p. 621 . bemerkt.Er meint, dafs man die Pfeiler ein Viertel der Bogenöffnung hätte machen müssen,um sie als solche zu benutzen, und er setzt in dieser Hinsicht bey der Brücke vonOrleans ein gleiches Verhältnifs (nach delamre') fest. 4 ) Auch die pfeiler dieser Brücker bogen sich um mehrere zoll über, wiewohl ihre Dicke sich zur oeffnung wie 1: 5, 5verhält. 5) Ferner mufs bemerkt werden, dafs bey den Brücken von westminster undBlackfriars die Bogen weit unterhalb ihren Anfängen verlängert sind , bey der erstensogar auf der Fundation aufstehen. Hierdurch wurde demnach der Seitendruck der^.ögen aufgehoben , so dafs bey dieser pfeilerdicke, die sich zur Bogenweite wie 1 : 5,und 1 : 4,4 verhält, ein Gewölbe nach dem andern anfgeführt und geschlossen wer-den konnte, ohne dafs für den stand der pfeiler etwas zu befürchten war; 6 ) wirde,ndlich auf die besten Theorien, vorzüglich auf die angeführten Erfahrungen, Rück-sicht genommen: so mufs ein zehn Fufs hoher Brückenpfeiler, dessen Umfang aus\yerkstücken und dessen inneres aus Bruchstein oder ziegelgemäuer besteht, ein vier-tel der oeffnung des Bogens dick seyn, um mit aller Sicherheit dem einen oder andernliegen als freystehendes Widerlager zu dienen. Macht man den pfeiler aus festenund grofsen Werkstücken, von 24 bis 26 Cubicfufs den Stein, so darf die Dicke des Pfei-lers nur ein Fünftel der Spannweite des Bogens betragen , und bey flachen Gewölbenmag man etwas zugeben. Für jeden Fufs wachsender Höhe des Pfeilers würde ichdie Dicke um drey zoll vermehren.
Diese bey der Brücke von Tours nicht einmal erreichte Regel kann also beysolchen Brücken angewendet werden, bey denen einige Pfeiler wirkliche Widerlager