Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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auf der andern beschwert werden, so dafs manchmal (wie es bey den Brechungsfu- *gen geschieht) der ganze Druck sich beyn.ahe auf eine einzelne Kante vertheilt ; alsomufs man bey der Ausübung mit der gröfsten Sicherheit zu Werke gehn, und über-dies aus solchen Gewölb-Fugen den Mörtel, bis auf eine Tiefe von 6 Zoll, auskratzen,damit sich die Steinkanten nicht berühren und der Druck möglichst gleichförmigvertheilt werde.

§. 3Q2. Das sicherste Mittel, die Tragkraft einer grofsen Steingattung kennenzu lernen, bleibt wohl immer die Untersuchung kühner, aus diesen Steinen aufge-führter Gebäude, um so über die Kraft der Steine, welche Jahrhunderte schon unge-heuere Lasten tragen, sichere Data anfzustellen. So tragen z. B. l) die Säulen derKirche von Toussaint d’Angers, auf einer Quadratfläche von 9 französischen Quadratzoll,die Last von 22Ö0 rfund französischen Gewichts; und den über diese steingattungdurch aauthey angestellten Versuchen gemäfs trug ein 25 Quadratzoll grofser Stein,ehe er zermalmt wurde , die Last von 20Ö20 Pfund. Diese Säulen tragen daher invertikaler nichtimg nur den zehnten rheil der Last, die sie nach den Versuchen tra-gen könnten. 2 ) Die Brücke von Neuilly hat am schlufsstein ungefähr den vierzehn-ten Theil der Last, die zum zerbrechen der steine erforderlich ist, zu tragen. Aberman mufs hierbey beobachten, dafs nach erfolgtem Setzen dieser Brücke die Last' nicht mehr so gleichförmig nach der ganzen Hohe des Schlufssteines vertheilt ist,und dafs daher auch, unter dieser Beziehung, diese Brücke zu den kühnsten steiner-nen srücken gezählt werden mufs.

§. 393 . Die sich in Lagen oder Schichten abtheilenden steine besitzen in derOberfläche ihrer Schichte nicht so viel Tragkraft, als in der Mitte derselben ; da aberzu den pfeilem und den untern Gewölbsteinen der Brücke bey München keine inSchichten gebrochene, sondern mit Pulver und Keile gesprengte Steine verwendet werden,so wurden über die abwechselnde Tragkraft der in Lager vor schichten vorkommendensteine, in Beziehung auf die Hohe, keine Beobachtungen gemacht.

In so fern zu dem Bau der Brücke von München mehrere Steingattungen vonverschiedener Güte oder Härte, als: Tuf-, Kalch-, Sand - und Nagelflue - Steine ge-braucht werden sollen, weil die Steinbrüche in gröfserer oder geringerer Entfernungvon München liegen; so war es nothwendig, im Voraus die Tragkraft dieser Steinezu kennen, um dieselbe je nach ihrer Härte und Haltbarkeit und den Druck, welchensie auszuhalten haben, zu verwenden.

Aus alle den unten folgenden versuchen geht hervor: dafs der rot he eisen erz-haltige mit Quarz durchsprengte Sandstein, von Neubaiern am Inn , unter allen zudieser Brücke zu gebrauchenden Steingattungen, die gröfste, der aus den Brüchenvon Weyhern kommende Tufstein aber die geringste Tragkraft auszuüben vermö--gead sey.