Zweiter Versuch mit einem harten stein, dessen specifische schwere 2,2.55 betrug.
a) Ein Würfel wurde gebrochen mit . . . . . . 6050 ) ä
b) Zwey Stücke, jedes zur halben Hohe des Würfels mit 4223 )
c) Drey Stücke, jedes zu ^ Hohe des Würfels mit . , 58QO ' 3
Diese Versuche sind ursprünglich von Rondelet angestelit worden , nebst meh-rern andern, der sie auf der 91 . Seite seiner Art de bätir Tome 3- mittheilt. Im All-gemeinen geht daraus hervor, dafs zwey aufeinander gelegte Steinstücke nur dreyFünftheile derjenigen Last tragen , welche ein einzelner Stein von gleicher nöhe undGrundfläche der beyden aufeinander gelegten Steine zu tragen vermögend ist, unddafs drey aufeinander gelegte Steine, von gleicher Hohe und Grundfläche mit einemStein , die Hälfte trugen.
Man konnte daher bey den harten eisenockerigen Sandsteinen , welche zu deneewülbsteinen der Münchner Brücke gebraucht werden sollen, mit der gröfsten Sicher-heit annehmen, dafs die Lagen der pfeiler, deren Hohe 15 bis . 24 zoll betragen..,die doppelte Last tragen können, welche die Versuche mit 3 zoll hohen Würfeln ge*ben; folglich würde man für den französischen Quadratschuh 1,875,532 Pfunde, undfür den baierischen Quadratschuh 1,331,810 baierische Pfunde anzunehmen berech-tigt seyn, da eine Lage von einem Schuh Höhe, in Beziehung auf die nondeletschenversuche, schon eine gröfsere Last als diese, tragen miifste , wenn er zerbrechensollte.
Rondelet führt pag. löl. ferner an : dafs nach allen seinen Versuchen die Bau-steine zu springen anfangen , wenn man sie mit einer Last beschwert, welche etwasweniger, als die Hälfte derjenigen sey , womit sie brechen, und dafs, wenn die Last5 bis 48 Stunden darauf liegt, dieses Brechen mit einer geringem bewirkt werde.Also mufs man die erste nicht einmal von den Bausteinen tragen lassen, und ichhabe deswegen eben angerathen, nur der Last, welche nach den versuchen denStein gesprengt hat, zur Belastung anzunehmen, welches also nicht mehr als derLast wäre, womit der Stein einige Sprünge bekommt.
Andere versuche beweisen, dafs die Form der Grundfläche des Steins wesent-lich zur Vergröfserung oder Veringerung seines Widerstandes beytrage. So trug derStein mit einer zirkelförmigen Grundfläche von 15 Ouadratcentimetres eine Last von917 , mit einer quadratförmigen von 806 und mit einer gleichseitigen Dreyekform einGewicht von 789 Kilogrammen. Im Allgemeinen steht also der widerstand, den diegleichartigen Steingattungen leisten,Jm umgekehrten Verhällnifs mit der Umflächungdes Steins, und die Tragkraft wächst, bis der stein ein Würfel wird, wo sie das Maxi-mum erreicht, dann aber wieder abnimmt.
Allein man kann hier eine andere Betrachtung nicht unbeachtet lassen, dafs näm-lich die steine sehr selten einem auf die horizontale Lage wirkenden Druck unterworfensind, sondern dafs sie, wie z.b. bey den ungleichen Gewölben, auf einer Seite mehr als