Aus den Beobachtungen von No. 1. 2. und 3. zog man für diesen rothen Sand-stein die mittlere Tragkraft aus. Um einen für alle Beobachtungen durch die Gleich-heit der Umstände zur comparativen Zusammenstellung brauchbaren Fall anzunehmen,mufste man die Last, unter welcher der Stein nach mehrern stunden brach, als dasMaximum der Tragkraft ansehen, obgleich dieselbe gewifs, wenn man mit Sicherheitzu Werke gehen und jeden sichtbaren Sprung in den Steinen verhindern will, nichtden zehnten Theil des hier aufgeführten Gewichtes übersteigen darf. Diesen dreyBeobachtungen gemäfs, trug der rothe Sandstein, ehe er brach, eine Last von 665908rfunden baierischen Gewichtes auf den baierischen, und 459095,04 Kilograme oderQ 37766 französische Pfunde auf den französischen Quadratschuh, bey dessen Höhevon 3" baierisch. Nun betrug die Tragkraft des zur Brücke von Neuilly gebrauchtenSteines auf den Quadratfufs nur 2Ö4500; des bey der Brücke von Maixence gebrauch-ten Steines 264600, bey einer Hohe von drey Zoll, so dafs also, wenn man auf diegröfsere Hohe keine Rücksicht nimmt, die Tragkraft dieser Steine sich zur Tragkraftdes zu den pfeilern und Gewölben der Münchner - Brücke zu verwendenden Steineswie 100 zu 354 verhält.
Der Versuch Nro. 4. wurde mit drey auf einander passenden Stücken , jedesvon 2 " Hohe und 36 Quadratzoll Grundfläcke, die also alle drey einen kubischenInhalt von 216 Cubikzoll einnahmen und aus rothem Sandstein bestanden, angestellt.
Obgleich gewöhnlich dünne Lagen wenig Tragkraft versprechen, so trugen diesel-ben doch 24 Stunden lang eine Last yon 753Ö9 baierischen Pfunden, ehe sie brachen.
Der gelbe Sandstein aus dem nämlichen Bruche, besteht nicht aus solchenhomogenen Theilen, und deren Cohärenz ist nicht so innig, als die des rothen Stei-nes. Der baierische Quadratfufs trug dem Versuche Nr. 4. zu Folge 220540 baieri-sche und der französische Quadratschuh 151004,88 Kilograme, oder 30Q706 franzö-sische Pfunde. Der weifse Sandstein aus dem Bruche von Murnau trug auf denbaierischen Quadratschuh 242Ö32 Pfund baierischen Gewichtes und 166476, 80 Kilo-grame auf den französischen Quadratfufs, oder 340077 französische Pfunde. DerWiderstand, oder die Tragkraft des letzten Steines verhält sich also zu der des zur, Brücke von Neuilly gebrauchten, wie 27Ö zu 100. Also ist auch dieser Stein zuGewölbstiicken hart genug.
Der Nagelflue - stein, über welchen mit Nro. 9. , 10. und 11. versuche ange-stellt worden sind, besteht aus einem feinkörnigen Conglomorat, dessen Bindungs-Mittel beynahe mit den übrigen Theilen identisch geworden sind.
Da jedoch, wie aus diesen drey versuchen liervorgeht, diese Steingattung,je nach der verschiedenen Verbindung und Kohärenz der Theile, eine ganz verschie-dene , sehr von einander abweichende Tragkraft hat; so nahm man den VersuchNro. n., wobey der stein nach 24stündiger Beschwerung brach, als die gröfste an.Diesem gemäfs würde ein baierischer Quadratschuh 91816 baierische Pfunde, und