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Wiewohl mehrerley krumme Linien zu Brückenbogen an gewendet werden könn-ten : so wird der mit ihrer Ausführung vertraute Ingenieur doch davon überzeugtseyn, dafs man nur l) den Halbkreis, 2) die Kreisstücke, 3) das aus drey Mittel-puncten gezeichnete Halboval, 4 ) die aus mehrern Mittelpuncten beschriebeneil krum-men Linien, und 5 ) die aus zwey Mittelpuncten gezeichneten Bögen, mit vortheil , dazugebrauchen könne, Gewölbe, die nach diesen krummen Linien beschrieben sind,heifsen ad 1 ) volle Kreisgewölbe, ad 2) Flache - sögen, ad 3 ) und 4 ) (im Allgemeinen)Gedruckte - sögen. Die Halbovale, deren Bogenhöhe allemal §• der Oeffnung übertrifft,unterscheidet man indessen von den aus mehrern Mittelpuncten beschriebenen BÖgen,welche letztere die Benennung Korb-sögen erhalten haben. *) Endlich gebrauchtman auch die Hälfte eines Ovals dergestalt, dafs dessen grofse Axe vertical steht,und dieses Gewölbe vermindert den Seitendruck, und fällt schöner aus, als der go-thische Bogen ; es heifst gleichfalls ein veberwölbter - sogen , den man zum Unter-schiede vom Gothischen einen v eberwölbten - ovalbogen nennen könnte. **) Unterallen krummen Linien der Art verdienen indessen die Kreisstücke, wenn man ihregröfste Ordinate nicht geringer als ein Achttheil der Sehne macht, zu den Brücken-gewölben den Vorzug vor allen andern. Man kann sie der geringen Bogenhöhe wegen,hoch anfangen lassen, folglich dem Durchgang des Stromes ein grofses profil darbieten,und viel an Mauerwerk ersparen , also damit bedeutende vortheile erreichen , unddaneben ist die Ausführung nicht so kostbar, als bey denen aus mehrern Mittelpunc-ten beschriebenen Gedruckten -BÖgen, Vorzüglich schön sind die flachen nögen, wennman ihre Hohe nur ein viertheil bis zu einem Achttheil der Oeffnung construirt,wie die Fleischbrücke zu Nürnberg Tab. 131., die bedeckte zu Florenz (Tab. 129 .),die Brücke von Jena (xab. 130.), und mehrere solche in diesem Werke beschriebenen,aus so gewählten BÖgen bestehende Brücken, beweisen. Macht man sie aber flacherals -J, so verliert der Bogen nicht blos an stärke, sondern auch an Schönheit; einVergleich der Brücke von la Concorde (Tab. 124.), mit der von Jena Tab. 130. giebthierüber den befsten Beweis; denn jedermann wird eingestehen« dafs die BÖgen derletztem Brücke schöner, als die der erstem geformt sind. Man kann daher, je nachdemdie Hohe des Gewölbgipfels und die Anfänge der BÖgen über den Wasserstand gege-ben sind, die gröfste Ordinate oder Bogenhöhe eines Kreisstückes so abwechseln las-sen, dafs sie etwas unter ^ bis •§ der BOgenöffnung, aber nicht weniger als diefsletzte verhältnifs zuläfst, -abnehme; ja zu f sollte man sich nur dann entschliefsen,
*) Die Ausbauchung und der gedruckte mittlere Theil des Bogens hat die Veranlassung zur Benen-nung „arche en anse de panier“, Korbbogen gegeben. Seine Form ist derjenigen der gewöhnli-chen aus Weiden geflochtenen Handschwingen (eine Art von Körben) ähnlich , welche man auffranzösisch paniers nennt; anse lieifst der seitwärts ausgehauchte Theil eines solchen Korbes,woran man ihn hält,
**) Unter Utberw'ilben wird verstanden, wenn die Bogenhöhe gröfser als die Hälfte seiner Weite ist.