Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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ihrer scharfen Ecken für die Hufe des Zugviehes und wegen des unangenehmen Stau-bes, den sie, zermalmt, verursachen, für die Decklage nicht brauchbar. Endlichkann man sich auch zur Gründung einer Bruchstein-strafse ohne einen pflastergrund-bau, oder zur ersten Decke des Grundbaues, gut gebrannter aller Ziegelsteine, oderdes vom Kalk so gut als thunlich gesäuberten Mauerschuttes bedienen; insbesondere,Wenn darauf eine vier zoll hohe Decke von festem Kies geworfen wird. Den Vor*theil der Anwendung solcher gebrochenen Ziegel beweifst ein Theil der von Mestre nach Treviso und von München nach dem Dorfe sendlingen führende Chaussee, welche• letztere ich auf diese Weise zum Theil habe hersteilen lassen; die beständig trocken sind,Weil die Ziegel die Nasse einsaugen. Auch sind mehrere Strafsen und Wege auf denDämmen in Holland so construirt. Es sollte demnach in der Nähe grofser Städte nichtder Unfug geduldet werden, den befsten Mauerschutt in Gräben und Gewässer zuWerfen, sondern auf Sammelplätzen an den öffentlichen nandstrafsen, wodurch be-deutende summen erspart würden *).

Vorzüglich mufs der Baukundige sich überall in dem Staate, worin er bauenSoll, nach den Baumaterialien umsehen, und die den strafsenbau verwaltende stellemufs eine Sammlung der befsten Baumaterialien besitzen, die Regierung ertheile über-dies an diejenigen, welche gute Materialgruben und neue Steinbrüche entdecken,Belohnungen.

Zuweilen wird auch die Ableitung des Wassers von den Steinbrüchen oder Kies-gruben nothwendig, und da, wo im Herbste und im winter das Wasser in den Grubensteht, mufs der Kies im Sommer gewonnen werden, welches aus den Flüssen bey ih-rem niedrigsten Stande geschehen sollte, das aber leider! meistens verabsäumt wird. InGruben, worin der Kies von sehr verschiedener Gröfse ist, mufs dergrofse, mittlereund kleine für sich sortirt werden, weil die einzelnen grofsen Steine Schlaglöcher indie strafse machen und dem Fuhrwerke Stöfse verursachen. Wo es sich der Mühe

Zu den Strafsen, welche in Nordholland längs der Nordsee auf den Dämmen gehen, die frey-lich blos von leichtem. Fuhrwerke befahren werden , bedient man sich der Seemuscheln zur Deck»läge, die äufserst eben ist. Aber in einigen Ländern bedeckt man die Steinlagen mit Erde undThon. Dieses Verfahren wird damit entschuldigt, dafs es der eckigten Bruchsteine wegen zurSchonung der H»fe und Klauen des Zugviehes nothwendig sey. Ein, keine Rücksicht verdie-nender Vorwand; denn eine mit Erde beschüttete Strafse wird beym ersten Regenwetter mitSchlamm bedeckt, folglich schlecht seyn. Es müssen daher die harten und scharfeckigten Steinenur sehr klein zerschlagen werden, damit sie für die Hufe des Zugviehes nicht zu scharf sind;und da, wo sie mit Kies bedeckt werden können, sollte es zur Schonung des Zugviehes ge-schehen.

Eben so fehlerhaft verfahren diejenigen, welche auf den einzelnen Steinlagen im Strafsen-körper selbst, Thon und Erde, während des Baues, schütten. Dieses drückt sich nämlich un-gleich zusammen, saugt die von oben kommende Nässe, als z. B. die heftigen Regengüsse undden auf der Strafse liegenden und beym Thauwetter aufgehenden Schnee ein, und so verdirbtdie Strafse in kurzer Zeit!